Obamas Wahlsieg tut dem Weltklima gut

Wissen / 09.11.2012 • 14:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sagt fossilen Energieträgern den Kampf an: Barack Obama. Foto: dapd
Sagt fossilen Energieträgern den Kampf an: Barack Obama. Foto: dapd

Der wiedergewählte US-Präsident setzt sich für die Nutzung erneuerbarer Energien ein.

Washington, Berlin. „Vier weitere Jahre“ – die Twitter-Botschaft von Barack Obama zum Wahlsieg wird in den Ohren der Gas-, Öl- und Kohle-Manager weniger verheißungsvoll denn unangenehm klingen. Zwar ist zweifelhaft, ob Obama einen neuen Anlauf für ein Klimagesetz und den Durchbruch von grünem Strom unternimmt. Dafür fehlt ihm weiterhin die Mehrheit im Kongress. Allerdings gilt als wahrscheinlich, dass der Präsident den bisherigen Weg weitergeht und die Auflagen zur Förderung von Kohle, Gas und Öl verschärft.

„Die gute Nachricht ist, dass mit Obama ein Präsident gewählt wurde, der den Klimawandel für eine der größten Herausforderungen in der Welt hält und seine Politik danach ausrichtet“, sagt Arne Jungjohann von der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, die den Grünen nahesteht. „Die US-Umweltbehörde wird weitere Effizienzstandards festschreiben, für die Autoindustrie oder auch für Gebäude, wo bisher fast nichts passiert ist“, sagt er voraus.

Nach dem Scheitern seines Klimagesetzes hatte Obama eine Energie-Strategie des „all of the above“, des „von allem etwas“ verfolgt. So setzte er sich nicht nur für Steuererleichterungen und Staatsgarantien für Wind- und Solarprojekte ein, sondern sprach sich auch für die Nutzung neu erschlossener Gas- und Ölquellen sowie der Atomkraft aus. Er blieb damit aber weit hinter Mitt Romney zurück, der das Land bis 2020 vollständig von Energie-Importen unabhängig machen wollte und vor allem die erneuerbaren Energien als zu teuer und ineffizient brandmarkte. „Man kann ein Auto nicht mit einem Windrad auf dem Dach fahren“, höhnte er. Dafür sollten die Förderung fossiler Energien von Fesseln befreit werden und beispielsweise das Fracking, die Förderung von Gas und Öl mittels eines Gemisches aus Wasser und Chemikalien, völlig freigegeben werden.

„Krieg gegen die Kohle“

Auch hier hat Obama schärfere Auflagen angekündigt. Derzeit weiß die Öffentlichkeit kaum etwas über die eingesetzten Chemikalien beim sogenannten Fracking. Zudem gelten die Auswirkungen auf das Grundwasser als nicht ausreichend erforscht, sodass auch hier die Umweltbehörde Vorgaben machen könnte. Ähnliches gilt für Öl-Bohrungen sowohl an Land als auch vor der Küste.

Anstelle des Klimagesetzes hatte Obama bereits in seiner bisherigen Amtszeit vor allem die US-Umweltbehörde gestärkt und finanziell weit besser ausgestattet. Die Behörde hatte dann verschärfte Auflagen für den Ausstoß etwa von Klimagasen bei Kohlekraftwerken verhängt. Viele alte Anlagen mussten deshalb bereits abgeschaltet werden. Seine Gegner sprachen sogar von einem „Krieg gegen die Kohle“. Teil zwei könnte jetzt folgen.