Die großen Stars der Wissenschaft

Wissen / 21.12.2012 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Wissenschafterin Canthia Rosenzweig sagte den Sturm „Sandy“ schon vor Jahren voraus. Foto: reuters
Die Wissenschafterin Canthia Rosenzweig sagte den Sturm „Sandy“ schon vor Jahren voraus. Foto: reuters

Auch Persönlichkeiten aus der Welt der Forschung prägten das Jahr 2012.

london. Das britische Fachjournal „Nature“ würdigt zehn Persönlichkeiten aus der Forschungsszene des Jahres 2012: Es zählt zu den Top 10 der weltweiten Forscher auch den deutschen Physiker und Direktor des Genfer Kernforschungszentrums CERN, Rolf-Dieter Heuer. Am Cern wurde mit Hilfe des riesigen Ringbeschleunigers LHC ein Teilchen entdeckt, das wahrscheinlich das lange gesuchte Higgs-Boson ist. Das britische Magazin lobte Heuer für seine trotz großen öffentlichen Drucks vorsichtige und behutsame Art, mit der Entdeckung umzugehen.

Auch Wissenschafter wie die New Yorkerin Cynthia Rosenzweig, die Naturereignisse wie den Supersturm „Sandy“ schon vor Jahren vorhergesagt hatte, wurden gewürdigt. Daneben erhielt auch Adam Steltzner eine Nennung, der US-Ingenieur, der im August maßgeblich die Landung des Marsrovers „Curiosity“ auf dem Roten Planeten steuerte – ein gewagtes Projekt mit Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro).

„Nature“ zollt weiters dem italienischen Erdbeben-Experten Bernardo de Bernardinis Respekt – obwohl dieser nach einer angeblichen Falschvoraussage wegen Totschlags in 29 Fällen verurteilt wurde. De Bernardinis hatte vor dem verheerenden Erdbeben 2009 in einem Fernsehinterview die Chancen für ein schweres Erdbeben eingeschätzt. Dabei hatte er erklärt, die zuvor feststellbaren kleineren Erdstöße nähmen Energie weg und minderten die Gefahr eines großen Bebens.

Die Anklage warf ihm vor, er habe die örtliche Bevölkerung fälschlicherweise in Sicherheit gewogen. De Bernardinis geht jetzt mit rein wissenschaftlicher Argumentation in die Berufung. „Nature“ würdigte ihn, weil der gelernte Ingenieur im Kampf um sein Recht nie die Nöte der Betroffenen und Hinterbliebenen von Opfern vernachlässigt habe. „Wenn ich am Ende der Berufung für schuldig befunden werde, dann gehe ich ins Gefängnis“, sagte de Bernardinis.