Termiten sind Ursache rätselhafter Feenkreise

Wissen / 29.03.2013 • 14:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

hamburg. Die rätselhaften roten Kahlstellen in der afrikanischen Wüste – die genannten Feenkreise – werden nach einer neuen Studie wahrscheinlich durch Termiten verursacht. Diese Entdeckung machte Professor Norbert Jürgens vom Biozentrum Klein Flottbek an der Universität Hamburg. Diese Insekten wurden demnach als einziger Organismus regelmäßig in den frühen Entstehungsphasen der Feenkreise gefunden. Ein Anstieg der Aktivität der Graswurzel fressenden Sandtermiten hänge mit verringertem Graswachstum in den vegetationslosen Flächen zusammen.

Feenkreise kommen zu Hunderttausenden in dem extrem trockenen Landstrich nahe der südwestlichen Küste Afrikas vor. Jeder der wie mit einem Zirkel gezogenen Punkte ist bei näherem Blick von einem Kranz mit hohem Gras umwachsen. Aus der Vogelperspektive sind die roten Stellen nahezu unzählbar. Mit einem Durchmesser bis zu etwa 20 Metern vermitteln sie den Eindruck, als ob die Erde Sommersprossen bekommen hätte.

Während seiner Studie zwischen 2006 und 2012 untersuchte der Biologe einen zweitausend Kilometer langen Wüstenabschnitt vom mittleren Angola bis ins nordwestliche Südafrika. An den Kahlstellen maß er den Anteil der Bodenfeuchte. Seine Erkenntnis: Immer dann, wenn er auf Feenkreise stieß, spürte er in den kahlen Stellen und der umliegenden Vegetation auch Populationen von Psammotermes-Termiten auf.

Jürgens fand heraus, dass die im Boden lebenden Insekten alle Gräser, die bei Regen für kurze Zeit ergrünen, durch die Vertilgung von Wurzeln vernichteten. Zurück blieben nur die leergefressenen und kreisrunden Flächen.