Aluminium ist nicht so harmlos wie behauptet

Wissen / 13.06.2014 • 16:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Anwendung eines Deodorants sollte darauf geachtet werden, dass es kein Aluminium enthält.
Bei der Anwendung eines Deodorants sollte darauf geachtet werden, dass es kein Aluminium enthält.

Das Gesundheitsministerium warnt vor Kontakt mit dem toxischen Leichtmetall.

SCHWARZACH, WIEN.  (VN-hrj) Es ist federleicht, kann aber mit anderen Metallen legiert stahlhart gemacht werden. Es ist extrem formbar und hitzebeständig. Aluminium zählt aufgrund seiner Vielseitigkeit zu den am meisten verwendeten Werkstoffen weltweit. Verwendet wird das Leichtmetall in der Verpackungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeugbau, aber auch in Lebensmitteln, Kosmetika und pharmazeutischen Produkten. Aluminium ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Gefahr durch Toxizität

Seit Jahren warnen Umweltschutzorganisationen davor, dass dieses multitalentierte Leichtmetall aufgrund seiner Toxizität eine Gefahr für die Gesundheit ist. Seit Mittwoch rät nun auch der österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger über die Website des Ministeriums (www.bmg.gv.at), den Kontakt mit Aluminium vorsorglich zu vermeiden.

Anlass ist die ebenfalls auf dieser website veröffentlichte wissenschaftliche Studie „Aluminium-Toxikologie und gesundheitliche Aspekte körpernaher Anwendungen“, die den aktuellen Wissensstand in Bezug auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Aluminium und seinen Verbindungen in verbrauchernahen Produkten zusammenfasst. Die Gesundheitsgefährdung könne derzeit zwar weder bestätigt noch widerlegt werden, sagt Stöger, „es ist allerdings ratsam, vorsorglich auf Produkte zu verzichten, die Aluminium enthalten“.

Im Vorfeld der Veröffentlichung hätte das Gesundheitsministerium Wissenschafter der MedUni Wien sowie Fachleute der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und des Deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu einer Expertenkonsultation eingeladen. Diese hätten übereingestimmt, dass die Literaturstudie die momentane Datenlage über Aluminium objektiv und richtig wiedergebe.

Aluminium und Alzheimer

Aluminium steht in Verdacht, an der Entstehung einer Reihe von Erkrankungen insbesondere des Zentralnervensystems, aber auch des Stoffwechsels beteiligt zu sein. Zum Beispiel haben neulich italienische Forscher an der Katholischen Universität in Rom einen Zusammenhang zwischen Alzheimer-Erkrankung und erhöhter Konzentration von Aluminium im Körper erkannt.

Die Forscher stellten fest, dass das sogenannte Ferritin bei Alzheimer-Patienten siebenmal mehr Aluminium als bei Gesunden trägt. So kann die höhere Aluminiumbelastung Ursache des vermehrten Absterbens der Nervenzellen bei Alzheimer-Erkrankten sein.

Vorsicht vor Deos

Das Gesundheitsministerium empfiehlt, keine unbeschichteten Gefäße aus Aluminium und keine Alufolie zum Zubereiten und Aufbewahren von stark säurehaltigen Lebensmitteln (wie z. B. Tomatensauce, Rhabarberkompott, Apfelmus zu verwenden. Weiters sollte nicht aus Trinkflaschen aus Aluminium, deren Innenbeschichtung beschädigt ist, getrunken werden.

Angeraten wird die Verwendung von aluminiumfreien Deodorants. Keinesfalls sollten Antitranspirantien mit aluminiumhaltigen Inhaltsstoffen auf verletzter bzw. gereizter Haut oder unmittelbar nach einer Rasur aufgebracht werden. Wichtig ist auch, keine aluminiumhaltigen Antazida – Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure – einzunehmen. Es gibt alternative Mittel ohne Aluminium.

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