Wählscheiben-Telefon mit Viertelanschluss

Wissen / 27.06.2014 • 14:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Eine Zeitreise zu Dingen, für die es heutzutage keine Verwendung mehr gibt.

schwarzach. Musikkassette, mechanische Schreibmaschine, Gummibademütze mit Blumen oder Kunsthaar, Wählscheibentelefon mit Viertelanschluss. Vor drei Jahrzehnten waren solche Dinge noch Bestandteile unseres Alltags. Inzwischen hat der technische Fortschritt mit ihnen aufgeräumt. Längst vorüber sind die Zeiten, als man den Bandsalat einer Kompaktkassette mit einem Bleistift aufrollte. Der in den 1960er-Jahren entwickelte Tonträger wurde in den 90er-Jahren durch die Einführung der CD (Compact Disc) Opfer der digitalen Audiotechnik. Die Kompaktkassetten verstauben nun samt den Rekordern in der berühmten Truhe auf dem Dachboden.

Es lebe die Schreibmaschine

Wer erinnert sich noch an das rhythmische Klappergeräusch, wenn die Typenhebel der mechanischen Schreibmaschine übers Farbband aufs Papier schlugen? Nachdem die Schreibmaschine seit Mitte der 1980er-Jahre mehr und mehr vom Computer abgelöst wurde, stellte der letzte Hersteller der Welt – das indische Unternehmen Godrej and Boyce – 2011 die Produktion von mechanischen Schreibmaschinen ein. Aufgrund ihrer Langlebigkeit gibt es jedoch heute noch solche Geräte zu kaufen.

Sie galt als Symbol der 50er-Jahre, sah etwas eigenartig aus und „klebte“ am Kopf: Die Gummibademütze mit Blumen und jene mit Kunsthaar. Während Letztere mit dem Ende der Badekappenpflicht in den 80er-Jahren völlig verschwunden ist, erlebt die Blumenbademütze zurzeit ein Comeback und wird als Kultobjekt gehandelt.

„Mach es wie die Sonnenuhr, zähl’ die heiteren Stunden nur.“ Solche Sprüche schrieb man sich einst als Volksschüler gegenseitig ins Poesiealbum. Ein solches Freundschaftsbuch besaß anno dazumal fast jedes Schulkind. Heute übermitteln die Kinder ihre ein wenig anders formulierten Sprüche per SMS oder Facebook. Auch Liebesbriefe schreibt man heutzutage mit technischen Geräten, anstelle mit Füllfeder auf schönem Briefpapier, das einen so speziellen Geruch ausströmte. Das Herzklopfen, wenn solch ein Brief angekommen ist, wenn man ihn mit dem Brieföffner aufgeschlitzt und die handgeschriebenen Zeilen verschlungen hatte, ist Menschen jenseits der 50 noch gut in Erinnerung.

Picksüßes Gesöff

Kinder von damals entsinnen sich auch an den künstlich schmeckenden Fruchtsaft aus dem pyramidenförmigen Tetrapack namens Sunkist. Nachdem man das picksüße Gesöff ausgetrunken hatte, knallte man die Verpackung zusammen und freute sich über erschrockene Gesichter. Dann gab es auch noch dieses Brausepulver und zehn Groschen pro Päckchen, das im Mund explodierte und dessen eigenartiger Geschmack stundenlang anhielt.

Vor langer Zeit ausgedient hat der Dia-Projektor mitsamt der mehr oder weniger beliebten privaten Urlaubsdia-Show. Die Digitalfotografie hat Foto- und Dia-Filmen den Garaus gemacht.

Verschwunden sind die kleinen tragbaren Schwarz-Weiß-Fernsehgeräte ebenso wie das Testbild. Letzteres sieht man hin und wieder als Hintergrunddekoration bei Stermann und Grissemann in „Willkommen Österreich“.

Keine Leitung frei

Besonders beeindruckend ist die Entwicklung vom Wählscheibentelefon mit Viertelanschluss zum multifunktionalen Kommunikationsmittel Smartphone.

Viertelanschlüsse legte die Post – einst Monopolbetreiber der Telefonie – von 1905 bis Anfang der 1980er-Jahre. Weil sich vier Teilnehmer einen Festnetzanschluss teilten, mussten drei warten, wenn einer an der Strippe hing. Prüfen, ob die Leitung frei war, konnte man durch einen Knopfdruck. Undenkbar wäre es heute, nicht zu jedem beliebigen Zeitpunkt telefonieren zu können, sondern warten zu müssen, bis die Leitung frei ist.

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