Forscher erstellen eine „Gletscher-Bibliothek“

22.07.2016 • 12:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Biologischen Informationen aus Eis sollen konserviert werden.

Turin/Grenoble. Wissenschafter und Gletscherexperten aus Italien, Frankreich, Russland und den USA brechen am 15. August zum Montblanc auf, um dort Gletscherproben zu nehmen, die in einer „Gletscher-Bibliothek“ konserviert werden sollen. Die Forscher wollen den kommenden Generationen Zugang zu den im Eis enthaltenen biologischen Informationen geben, die wegen des starken Gletscherrückgangs verloren gehen könnten.

Das Gletschereis wird aus einer Tiefe von bis zu 130 Meter entnommen. Die Proben werden per Hubschrauber nach Grenoble gebracht, wo sich das Labor für Gletscherkunde und Geophysik der Umwelt (LGGE) befindet, berichteten italienische Medien. Eine zweite Mission in die Anden Boliviens ist für 2017 geplant. Man will Eis aus dem Gletscher des Illimani entnehmen, ebenso Stichproben aus österreichischen Gletschern. Dutzende dieser Proben sollen unter dem Eis der Antarktis bei einer Temperatur von minus 54 Grad konserviert werden. 

„Wegen der zunehmenden Gletscherschmelze könnte ein Teil der Geschichte unserer Umwelt für immer verschwinden. Daher ist die ‚Gletscher-Bibliothek‘ so wichtig“, erklärte Jerome Chappellaz, französischer Initiator des Projekts und Mitarbeiter von LGGE. „Unsere Generation hat als Zeugin der zunehmenden Erderwärmung eine große Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen“, betont Carlo Barbante, italienischer Initiator des Projekts.