Naturkatastrophen verschärfen Konflikte

Wissen / 29.07.2016 • 13:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wissenschafter haben Daten aus 30 Jahren untersucht.

Potsdam. Wetterextreme wie Hitzewellen oder Dürren erhöhen einer Studie zufolge das Risiko bewaffneter Konflikte in ethnisch zersplitterten Ländern. Wissenschafter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Humboldt-Univer-
sität (HU) Berlin nutzten einen neuen statistischen Ansatz.

Sie betrachteten 241 Konflikte von 1980 bis 2010, etwa in der Zentralafrikanischen Republik oder Peru, aber auch zwischen Ländern wie beispielsweise zwischen Eritrea und Äthiopien. Fast ein Viertel der Konflikte in ethnisch sehr gespaltenen Ländern fielen mit natürlichen klimatischen Desastern zusammen. Ihre Erkenntnisse erscheinen im US-Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Leitautor Carl-Friedrich Schleussner vom PIK erläuterte: „Klima-Desaster führen nicht direkt zum Ausbruch von Konflikten, aber sie können das Risiko für einen Ausbruch erhöhen, der seine Wurzeln in den jeweiligen Rahmenbedingungen hat. Das scheint recht naheliegend, aber wir können das nun wissenschaftlich fundiert belegen.“

Die Studie beruhte u. a. auf ökonomischen Schadensdaten zu Naturkatastrophen, gesammelt von einer Rückversicherung. Dort fand sich laut Schleussner auch ein „statistisch robustes Ergebnis für 23 Konfliktausbrüche“. Diese geschahen in besonders ethnisch zersplitterten Ländern und zwar im gleichen Monat, in dem es auch eine klimabedingte Naturkatastrophe gab, etwa eine Dürre.