Menschenaffen sehen Irrtümer anderer voraus

Wissen / 07.10.2016 • 17:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Leipzig. Einige Menschenaffen können einer Studie zufolge erkennen, dass andere von einer falschen Annahme ausgehen. Bislang dachten Forscher, nur Menschen seien dazu fähig. Menschenaffen hatten zuvor bei solchen Aufgaben versagt. Nun veröffentlichte eine internationale Forschergruppe im Fachmagazin „Science“ eine Studie, die nahelegt, dass zumindest einige der Menschenaffen Irrtümer anderer doch vorhersehen können.

Die Forscher um Christopher Krupenye vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig zeigten den Menschenaffen einen Film und zeichneten dabei die Augenbewegungen der Tiere auf. In dem Film sieht ein Beobachter, wie sich ein Mann in einem King-Kong-Kostüm hinter einem Heuhaufen versteckt. Daraufhin verlässt der Beobachter die Szene und King-Kong versteckt sich inzwischen hinter einem anderen Heuhaufen und läuft dann ganz weg. Nun kommt der Beobachter wieder herein. Wo wird er nach King-Kong suchen?

Tatsächlich vermuteten die meisten der 40 Affen, dass der Beobachter im Film den King-Kong hinter einem der Heuhaufen suchen würde: 30 visierten einen der beiden Heuhaufen an, obwohl die Tiere selbst gesehen hatten, dass King-Kong dort nicht mehr versteckt ist. 20 der Versuchsteilnehmer fixierten sogar zunächst das erste Versteck. Nach der Schlussfolgerung der Forscher erkennen die Primaten, dass nicht die Realität, sondern bestimmte subjektive Annahmen für die Handlungen anderer entscheidend sind.