Sechsbeinige Sanitäter: Ameisen rufen Helfer

Wissen / 14.04.2017 • 12:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Würzburg. Afrikanische Ameisen können ihre Artgenossen um Hilfe rufen, wenn sie bei Beutezügen verletzt wurden. Das haben Forscher der Universität Würzburg herausgefunden. „Erstmals haben wir damit bei wirbellosen Tieren ein Helferverhalten gegenüber Verletzten beobachtet“, sagte Erik Frank vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie.

Die südlich der Sahara lebende afrikanische Matabele-Ameise (Megaponera analis) jagt Termiten stets als Gruppe. Der geschlossene Raubzug kann durchaus 200 bis 500 Ameisen stark sein. Etwa die Hälfte der Tiere läuft in die Tunnel ihrer Opfer und versucht, schnell viele Termiten zu töten. Dabei werden den Forschern zufolge etwa ein bis zwei Prozent der Tiere von den durchaus wehrhaften Termiten verletzt. Die verbeißen sich meist in die Beine der Ameisen oder beißen diese ab. „Nach der Schlacht, wenn sich der Staub des Kampfes gelegt hat, sammeln die Ameisen die toten Termiten ein und suchen nach Verletzten“, beschreibt Frank das beobachtete Verhalten. Das im Kampf verletzte Tier alarmiert die anderen Ameisen, indem es chemische Signalstoffe über ihre Mandibeldrüse absondert. Daraufhin werde eine Rettungskette in Gang gesetzt, damit die verletzte Ameise zurück ins Nest gebracht und dort verarztet werden kann, schreiben Frank und seine Kollegen im Fachmagazin „Science Advances“.

Im Nest regenerieren sich die Tiere, lernen die Gangart mit fünf oder vier Beinen und ziehen schließlich wieder in den Kampf. „38 der 40 im Kampf verletzten und von uns mit Farbe markierten Tiere haben wir wenig später bei einem Raubzug wieder gesehen.“