Schmelzender Gletscher hat Fluss umgeleitet

21.04.2017 • 12:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Gletscherzunge sei seit 1899 knapp zwei Kilometer zurückgegangen.  Foto: AP
Die Gletscherzunge sei seit 1899 knapp zwei Kilometer zurückgegangen. Foto: AP

Washington. Wissenschaftler haben in Kanada eine dramatische Veränderung der Flusslandschaft beobachtet. Der Kaskawulsh-Gletscher im Nordwesten des Landes sei so weit abgeschmolzen, dass sein Schmelzwasser nicht mehr in den Slim River ströme, sondern in den Alsek River, schrieb Dan Shugar von der Universität Washington Tacoma in einem Beitrag der Zeitschrift „Nature Geoscience“. Ein rund 30 Meter tiefer Canyon am Ende des Gletschers leite das Wasser um.

Normalerweise dauere es eine sehr lange Zeit, bis das Schmelzwasser eines Gletschers sich einen anderen Weg suche, sagte Shugars Mitautor Jim Best. Am Kaskawulsh-Gletscher sei das dagegen offenbar an einem einzigen Tag geschehen – dem 26. Mai vergangenen Jahres. Das zeigten Messdaten. Bis dahin sei der Slim River ein ziemlich gefährliches Gewässer gewesen – drei Meter tief, schnell und kalt. Im einstigen Flussdelta gebe es Staubstürme. Dagegen sei der Alsek jetzt tiefer und ströme schneller. Grund für die abrupte Flussumleitung sei das Abschmelzen des 25.000 Quadratkilometer großen Gletschers.