Die Pariser „Dame aus Eisen“ wurde am 6. Mai vor 130 Jahren eröffnet

04.05.2019 • 19:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Der Jahrestag der Eröffnung der Weltausstellung von 1889 am 6. Mai jährt sich zum 130. Mal. Inzwischen hat sich der Eiffelturm zum Besuchermagneten entwickelt.  Reuters
Der Jahrestag der Eröffnung der Weltausstellung von 1889 am 6. Mai jährt sich zum 130. Mal. Inzwischen hat sich der Eiffelturm zum Besuchermagneten entwickelt. Reuters

Paris und der Eiffelturm, das gehört einfach zusammen. Das berühmte Bauwerk, auch „Dame aus Eisen“ genannt, wurde für die Weltausstellung gebaut – sie wurde am 6. Mai 1889 eröffnet.

Paris Der am 6. Mai 1889 eröffnete Turm prägt das Stadtbild der französischen Hauptstadt. Liebe auf den ersten Blick war es für die Pariser allerdings nicht. Warum das so war – und was man sonst noch über den Turm wissen sollte

Der Eiffelturm ist 324 Meter hoch – inklusive der Antenne auf der Spitze des Bauwerks. Auf der ersten Etage befinden sich Besucher in 57 Metern Höhe, auf der zweiten in 115 Metern. Wer bis ganz hinauf fährt, kann Paris von einer Aussichtsplattform in 276 Metern Höhe bestaunen. Die Stahlkonstruktion allein wiegt 7300 Tonnen, insgesamt wiegt das Bauwerk 10.000 Tonnen. Mehr als 18.000 Eisenteile wurden verwendet, rund 2,5 Millionen Nieten halten ihn zusammen.

Idee kommt aus dem Elsass

Wer an den Eiffelturm denkt, dem fällt auch schnell sein Namensgeber ein: der Franzose Gustave Eiffel (1832-1923). Ihm ist es zu verdanken, dass der gigantische Bau realisiert wurde. Die ursprüngliche Idee für den Turm stammt vor allem vom Elsässer Maurice Koechlin. Er war in Eiffels Ingenieur-Büro angestellt und entwickelte das Konzept maßgeblich. Eiffels Verdienst war es, mit diplomatischem Geschick und Beharrlichkeit den Bau gegen Widerstände und Konkurrenzprojekte durchzusetzen.

Was schimpften intellektuelle Pariser über den neuen Turm – von „Geschmacklosigkeit“ und „tragischer Straßenlaterne“ war die Rede. Eigentlich sollte der Turm nur für die Dauer der Weltausstellung stehenbleiben. 1909 drohte schließlich endgültig der Abriss. Doch Eiffel wollte das Bauwerk retten und hatte eine Idee: Er startete Funkversuche von dessen Spitze. Der Eiffelturm wurde schließlich zum Sendemast – und entging so dem Abriss.

„Eiffelturm-Braun“

Der Turm wurde seit dem Bau mehrfach komplett neu gestrichen. Die offizielle Farbe „Eiffeltum-Braun“ trägt er seit 1968. Dieser bronzefarbene Anstrich ist von oben nach unten in drei Schattierungen von hell nach dunkel abgestuft – so soll Leichtigkeit vermittelt werden. Zuvor war der Stahlbau auch schon Venedig-Rot und ockerfarben angemalt. Alle paar Jahre muss der Turm neu gestrichen werden – dafür gehen 60 Tonnen Farbe drauf. Im Schnitt dauert das 18 Monate und kostet vier Millionen Euro. Während dieser Arbeiten bleibt der Eiffelturm immer geöffnet.

Seit dem Jahrtausendwechsel funkeln am Abend zu jeder Stunde 20.000 Glühbirnen fünf Minuten lang bis 1.00 Uhr. Bereits seit 1985 erhellen Lichtstrahlen den Turm im Dunkeln von innen heraus. So ist der Eiffelturm auch zu später Stunde von fast überall in Paris zu sehen. Aber Vorsicht: Die Lichtinstallationen sind urheberrechtlich geschützt. Fotos davon dürfen zwar für den privaten Gebrauch gemacht werden. Wer die Bilder verbreiten will, braucht dafür aber eine Genehmigung.

Wer ein bisschen Geld übrig hat, bekommt immer wieder die Chance, Elemente der Originalstiege des Turms zu ersteigern. Denn bevor Aufzüge eingebaut wurden, führten ausschließlich Stufen auf den Turm. Häufig brachten solche Originalteile mehrere Hunderttausend Euro. Zuletzt kam in Paris ein Wendeltreppenstück mit 25 Stufen unter den Hammer.

Schutz vor Terrorangriff

Nach der islamistischen Anschlagsserie, die Frankreich in den vergangenen Jahren erschüttert hat, wurde auch bei der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit nachgerüstet. Seit 2018 schützen kugelsichere Glaswände den Stahlturm vor Terrorangriffen. Sie sind drei Meter hoch und stehen einmal auf der Seite zur Seine und gegenüber, Richtung Marsfeld. An den Längsseiten sind Metallzäune hinzugekommen. Die neuen Sicherheitsvorkehrungen waren durchaus umstritten, ist der Turm doch auch ein Symbol der Freiheit. Laut Betreiber waren sie aber notwendig.

Paris gilt vielen als Stadt der Liebe. Wer rund um den Turm spaziert, sieht Pärchen, die ihre Hochzeitsfotos dort machen und vor der „Dame aus Eisen“ posieren. Wieder andere halten auf oder vor dem Turm um die Hand ihrer großen Liebe an. Doch beweist man damit wirklich viel Fantasie? Zumindest gibt es berühmte Vorbilder: Rocksänger Rod Stewart machte seiner Lebensgefährtin Penny Lancaster einen Antrag auf dem Turm. US-Schauspieler Tom Cruise wählte 2005 den Eiffelturm, um vor seiner Freundin Katie Holmes auf die Knie zu gehen. Zumindest dieser Ehe hat der Turm kein Glück gebracht.

Zwei Restaurants

Zur Eröffnung des Turms gab es auf der ersten Etage vier edle Restaurants. Sie wurden mit Gas beleuchtet, serviert wurde russische oder elsässische Küche. Alle wurden 1937 wieder abgerissen, die erste Etage komplett renoviert. Heute gibt es zwei schicke Restaurants – auf der ersten Etage können Besucher im „58 Tour Eiffel“ essen. Das „Jules Verne“ auf der zweiten Etage ist bekannt für seine Spitzenküche. Dort kochte etwa ein Meister der französischen Gastronomie, Alain Ducasse. 2018 gab es Streit um die Konzession, nun kocht Drei-Sterne-Koch Frederic Anton. Im „Jules Verne“ speisten schon Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Gattin Brigitte gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump und seiner Ehefrau Melania. DPA

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