Kleiner Kampf gegen große Hitze: Wie man in den eigenen vier Wänden kühlt

Wissen / 02.06.2019 • 13:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Heiße Sommer sollen uns infolge des Klimawandels ja öfter ins Haus stehen. Ein Ausflug ins Freibad bietet sich jedoch leider nicht immer an.VN/STEURER

Der Sommer steht vor der Tür: Was kann man gegen Hitze in den eigenen vier Wänden tun?

Schwarzach Die warme Jahreszeit steht vor der Tür, es kann ein mittlerer Sommer werden, ein kühler oder ein heißer. Heiße Sommer sollen uns infolge des Klimawandels ja öfter ins Haus stehen. Was tut man dagegen? – Okay, man rettet das Weltklima, dazu gibt es genug Initiativen. Aber was macht man, um den Aufenthalt in den eigenen vier Wänden erträglich zu machen (die Klimarettung dauert ja noch ein bisschen). Eine mobile Klimaanlage bietet sich an. Wie funktioniert so ein Ding? Zunächst brauchen wir eine Flüssigkeit, die leicht kocht. Wasser kocht bei 100 Grad, unsere Flüssigkeit, das Kältemittel schon bei minus 30 Grad, bei Raumtemperatur ist es also ein Gas. Das pressen wir nun zusammen; mit einer Pumpe, einem Kompressor. Dabei wird es heiß. Das merken Sie, wenn Sie schnell einen Fahrradreifen aufpumpen: die Pumpe fühlt sich ziemlich warm an. Zunächst entsteht bei der Kühlerei also erst einmal Hitze! Die wird durch einen dicken Schlauch über eine Plastikapplikation am Fenster ins Freie geblasen. Unser Gas kühlt sich ab und wird wieder flüssig.

Höherer Siedepunkt

Moment: es hieß doch, dieser Stoff ist erst bei minus 30 Grad flüssig! Stimmt, aber nur unter normalem Druck. Ist der Druck ein paar Atmosphären höher, ist das Kältemittel auch bei Plusgraden flüssig. Höherer Druck heißt höherer Siedepunkt. Der Stoff gibt beim Flüssigwerden Wärme an die Umgebung ab. Schon wieder Wärme! Die wollen wir nicht, blasen sie also mit Luftkühlung aus dem Fenster. Bis jetzt haben wir einen Viertelliter flüssiges Kältemittel unter hohem Druck in einem Stahlrohr und das Ganze ist genauso warm wie das Zimmer, sagen wir: 24 Grad. Bisher war mit keinem Wort von Kälte die Rede! Aber nun fließt das Mittel durch ein Ventil in einen sogenannten Verdampfer. Der Druck darin ist viel niedriger. Es verdampft sofort und entzieht der Umgebung Wärme. Die „Umgebung“ ist natürlich wieder ein Luftstrom. Diese Luft kühlt sich ab, wir blasen sie nicht durchs Fenster, sondern – endlich – in die gute Stube. Dazu hat das Gerät einen speziellen Auslass. Das Kältemittelgas wird vom Kompressor angesaugt, auf hohen Druck gebracht, dabei wird es heiß … und so weiter, der Kreis ist geschlossen.

Das war’s, so funktioniert die fahrbare Klimaanlage. – Es war hier viel von bewegter Luft die Rede, dazu braucht es eine dicken Ventilator, der ordentlich Krach macht. Der Kompressor ist nicht so laut, dafür verbraucht er mehr Strom. Die meisten Anwender kühlen damit ihr Schlafzimmer, das funktioniert auch gut, aber schlafen kann man bei dem Krach nicht. Es empfiehlt sich, ein paar Stunden vorzukühlen. Kältemittel, die das Ozon killen, sind heute verboten, dafür wirken sie als Treibhausgas 3000 mal stärker als Kohlendioxid; so ein „Klimablock“ muss fachgerecht entsorgt werden. Energieverbrauch? Erheblich, aber nur für vielleicht zwei Wochen im Jahr – eine lässliche Klimasünde… Christian Mähr