Rudolf Öller

Kommentar

Rudolf Öller

Die Apollokapsel

03.08.2019 • 12:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die kegelförmige Drei-Mann-Apollokapsel mit dem dazugehörigen zylinderförmigen Servicemodul war damals wie heute ein Wunderwerk der Technik. In amerikanischen Museen kann man – verteilt über die gesamte USA – alle Original-Apollokapseln bewundern. Im weltberühmten Air and Space-Museum in Washington befindet sich das legendäre Apollo-11-Raumschiff. Touristen, die die sagenhafte Route 66 entlang fahren, sollten im flachsten Staat der USA, in Oklahoma, das „Stafford Air and Space Museum“ im kleinen Ort Weatherford besuchen. Man kann es nicht verfehlen. Dort findet man nicht nur die Originalkapsel Apollo X (Rufname „Charly Brown“), sondern auch Gruselware wie etwa H-Bomben-Sprengköpfe aus dem kalten Krieg und eine Titan-2-Rakete, mit welcher Mitte der Sechzigerjahre die Zwei-Mann-Geminikapseln ins All geschossen wurden.

„Die Apollo-Kommandokapsel bot drei Männern Lebensraum für mehrere Tage.“

Die Apollo-Kommandokapsel bot drei Männern Lebensraum für mehrere Tage. Bei einem Durchmesser von knapp vier Metern und einer Höhe von 3,5 Metern war es sehr eng da drinnen. Versorgt wurde die Kapsel aus dem angehängten Servicemodul („SM“) mit den Brennstoff- und Wasserstofftanks. Dieses SM wurde unmittelbar vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre abgetrennt. Nur die Apollokapsel mit ihren drei Astronauten und ihren kleinen Batterien, deren Strom für die Öffnung der zwei Stabilisierungs- und der drei Hauptfallschirme reichen musste, fiel zur Erde zurück.
Die Nummerierung der Apollokapseln ist etwas verwirrend. Die Bezeichnung „Apollo 1“ wurde nachträglich vergeben, als die drei Astronauten Edward White, Virgil „Gus“ Grissom und Roger Chaffee am 27. Jänner 1967 bei einem simplen Bodentest mit der internen Bezeichnung „AS 204“ verbrannten. Das war die schlimmste Katastrophe der NASA, die das Apollo-Programm aber nicht beendete. Die vorausgegangenen Tests AS 201, AS 202 und AS 203 mit verschiedenen Kapsel- und Raketenmodellen wurden nicht nummeriert. Beim allerersten Testflug der Mondrakete Saturn V am 9. November 1967 tauchte die Bezeichnung Apollo 4 auf. Auch die Flüge Apollo 5 und Apollo 6 waren weitere unbemannte Testflüge.

Apollo 7

Apollo 7 startete am 11. Oktober 1968 mit Walter Schirra, Donn Eisele und Walter Cunningham. Die Mission dauerte elf Tage, um alle Systeme ausreichend testen zu können.

Die lange Flugzeit, die vermeintlich schlechte Qualität des Essens und ein in der Schwerelosigkeit besonders lästiger Schnupfen des Kommandanten machte die Astronauten so aufsässig und widerspenstig, dass nach der Landung alle drei aus dem Apolloprogramm genommen wurden.

(Das traditionelle Sommerthema des VN-Scheinwerfers lautet in diesem Jahr „50 Jahre Mondlandung“.)

Mag. Dr. Rudolf Öller ist Biologe und Lehrbeauftragter des Roten Kreuzes.