Selbstformendes Holz für schwungvolle Bauten

Wissen / 20.09.2019 • 17:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der „Urbach Turm“ ist das erste Holz-Bauwerk seiner Art. Universität Stuttgart
Der „Urbach Turm“ ist das erste Holz-Bauwerk seiner Art. Universität Stuttgart

Zürich, Stuttgart Seit Mai steht bei Stuttgart ein Turm aus geschwungenen Fichtenplatten, die sich ohne Maschinenkraft selbst in Form gebracht haben. Forscher der ETH Zürich, der Forschungsanstalt Empa und der Uni Stuttgart stellen nun ihre Methode für die selbstformenden Bauelemente vor, einen kontrollierten Trocknungsprozess, der sich das natürliche Quellen und Zusammenziehen von Holz je nach seiner Feuchtigkeit zunutze macht.

Wenn feuchtes Holz trocknet, zieht es sich senkrecht der Faserrichtung stärker zusammen als parallel zur Faserrichtung. Indem die Wissenschafter zwei Holzschichten als sogenannten „Bilayer“ so zusammenkleben, dass die Faserrichtungen unterschiedlich orientiert sind, zieht sich beim Trocknen eine Schicht stärker zusammen als die andere. Wenn ein Bilayer die gewünschte Form erreicht hat, kann man ihn mit weiteren Bilayern verkleben, um die nötige Materialstärke und Stabilität als Bauelement zu erreichen.