Müllsammler wider Willen

Wissen / 29.11.2019 • 09:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Walhaie nehmen das Plastik auf, wenn sie bei der Nahrungsaufnahme etwa durch kontaminiertes Plankton schwimmen. Rts
Walhaie nehmen das Plastik auf, wenn sie bei der Nahrungsaufnahme etwa durch kontaminiertes Plankton schwimmen. Rts

Mikroplastik belastet auch Mantarochen und Walhaie.

Jakarta Der Plastikmüll in den Weltmeeren belastet auch riesige Tiere wie Mantarochen und Walhaie immens. Sie filtern täglich Hunderte bis Tausende Kubikmeter Meerwasser und nehmen dabei große Mengen sogenanntes Mikroplastik zu sich, berichten Wissenschaftler nach Wasseranalysen vor Bali und anderen indonesischen Inseln.

Die kleinen Teile sammeln sich im Verdauungstrakt der riesigen Tiere – mit noch weitgehend unklaren Langzeitfolgen. Die Forscher um Elitza Germanov von der Murdoch-Universität in Perth (Australien) haben das Wasser vor Nusa Penida auf Bali sowie im Komodo-Nationalpark und in der östlichen Java-See untersucht. Aus der Partikelzahl in den Proben errechneten sie die wahrscheinliche Aufnahme über das von den Tieren filtrierte Wasser. Demnach landen im Magen eines Riffmantas (Mobula alfredi) pro Stunde bis zu etwa 60 Plastikpartikel. Bei Walhaien (Rhincodon typus) könnten es sogar mehr als doppelt so viele sein, heißt es im Fachmagazin „Frontiers in Marina Science“. Der Inselstaat Indonesien mit seinen mehr als 265 Millionen Einwohnern ist einer der größten Plastikmüllproduzenten der Welt. Riffmantas mit ihren mehreren Metern Spannweite und die bis zu zehn Meter und mehr langen Walhaie gehören zu den größten Tieren in den Ozeanen. Sie nehmen das Plastik auf, wenn sie bei der Nahrungsaufnahme etwa durch kontaminiertes Plankton schwimmen.

Als Mikroplastik bezeichnet man Plastikteile, die einen Durchmesser von weniger als fünf Millimetern haben.