Rudolf Öller

Kommentar

Rudolf Öller

Charles, Max, Stephen

Wissen / 01.12.2019 • 09:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Drei Revolutionen haben in den letzten eineinhalb Jahrhunderten unser Bild von der Welt auf den Kopf gestellt. Die kommunistischen Revolutionen in einigen Ländern sind nicht darunter, denn die haben ausnahmslos nur drei Dinge zustande gebracht: Massenmorde, Massenverarmung und Wohlstand für eine kleine Schicht von Neo-Adeligen. Die wahren Revolutionen fanden alle im Westen statt.

„Es ist mühsam, ohne Grundlagenwissen Originalwerke der drei genannten Wissenschaftler zu lesen.“

Charles Darwin hat auf einer Weltreise Tiere und Pflanzen gesammelt. Fossilien, die er gefunden hatte, die unterschiedlichen Finkenarten auf den Galapagos-Inseln, eine intensive Beschäftigung mit Tier- und Pflanzenzucht und der Kontakt zu den besten Zoologen und Botanikern des 19. Jahrhunderts ließen in ihm neue Ideen über die Entwicklung der Arten reifen. Von einem „Überleben des Stärkeren“ hat Darwin übrigens nie gesprochen, genauso wenig wie von der Abstammung des Menschen vom Affen. Darwin war nicht der erste Evolutionsbiologe, aber er war derjenige, der viel weiter dachte als seine Vorgänger.

Max Planck hat sich mit dem Energiehaushalt von schwarzen Körpern beschäftigt. Im Grunde ging es um die Messung der Wärmestrahlung von schwarzen Öfen. Das sei eine sinnlose Tätigkeit, möchte man meinen, aber Planck fiel etwas Merkwürdiges auf. Bei der mathematischen Untersuchung der Strahlungsspektren tauchte eine winzige konstante Zahl auf, die wir heute das „Planck’sche Wirkungsquantum“ – abgekürzt „h“ – nennen. Dieses h ist nach der Lichtgeschwindigkeit die zweitwichtigste Zahl in der Physik. Planck begründete mit seiner Entdeckung die Quantenphysik.

Stephen Hawking, der Mann mit dem Sprachcomputer im Rollstuhl, entwickelte Einsteins Relativitätstheorie weiter und wandte sie auf schwarze Löcher an, unheimliche Gebilde, an deren Existenz nicht einmal Einstein glaubte. Hawking beließ es nicht dabei, sondern verfasste auch Arbeiten über den Ursprung und die Entwicklung des Universums.

Comics

Es ist mühsam, ohne Grundlagenwissen Originalwerke der drei genannten Wissenschaftler zu lesen. Hawking hat wenigstens ein populärwissenschaftliches Buch – „Eine kurze Geschichte der Zeit“ – hinterlassen, aber auch dafür sind einige Vorkenntnisse nützlich.

Nun sind drei qualitativ hervorragende Comic-Bücher (Graphic Novels) erschienen, die mit Superman, Batman und Spiderman etwas gemeinsam haben. Es geht um wissenschaftliche Supermänner. Die Bücher eignen sich als originelle Weihnachtsgeschenke für Jugendliche und neugierig Gebliebene.

Fabien Grolleau & Jérémy Royer: „Darwin und die Reise auf der HMS Beagle“ (Knesebeck); Thibault Damour & Mathieu Burniat: „Das Geheimnis der Quantenwelt“ (Knesebeck); Jim Ottaviani und Leland Myrick: „Hawking“ (Rowohlt).

Mag. Dr. Rudolf Öller ist
Biologe und Lehrbeauftragter
des Roten Kreuzes.