Alpenameisen sollen Phänomen der Superkolonien erklären

Wissen / 14.02.2020 • 09:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Weitere Auswertungen folgen im Laufe des Jahres.APA
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Innsbruck, Wien Setzt man eine Argentinische Ameise aus Italien in eine Kolonie der gleichen Art in Portugal, kommt diese dort mitunter ohne Probleme zurecht. Der Grund liegt darin, dass diese Tiere sogenannte „Superkolonien“ bilden, in denen die Individuen auch über weite Distanzen quasi freundschaftlich verbunden sind. Was hinter diesem Phänomen steckt, untersuchen Forscher nun anhand einer Art aus den Alpen.

Ameisen ziehen nicht selten gegen den unmittelbaren Nachbarstaat ins Feld. Im Fall von Superkoloniebildenden Arten, wie der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppten Argentinischen Ameise, ist das aber anders: Sie können über weite Distanzen hinweg Staaten mit vielen Königinnen bilden, deren Untertanen miteinander bestens auskommen und kooperieren. Die größte derartige Superkolonie der in Europa seit ihrer Ankunft sehr erfolgreichen Art erstreckt sich über mehr als 5000 Kilometer von italienischen Küstenregionen bis zum Norden der Iberischen Halbinsel, heißt es in einer Aussendung des Wissenschaftsfonds FWF, der die Arbeit der österreichischen Forscher unterstützt.

Wissenschafter stellt das bisher nur bei Ameisen beobachtete Phänomen vor ein Rätsel, denn evolutionstheoretisch begründete Ansätze greifen hier nicht. So gibt es keinen Hinweis darauf, dass genau jene genetischen Eigenschaften, die die Tiere kooperativ machen, gegenüber anderen Erbgutteilen vorrangig weitergegeben werden. Als möglich Erklärung kursiert etwa, dass den Tieren aufgrund von Verlust von genetischer Vielfalt auch ihre Fähigkeit abhandenkommt, zwischen fremden Kolonien und der eigenen Gruppe zu unterscheiden.