BepiColombo zu Besuch bei der Venus

Wissen / 09.10.2020 • 16:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Merkur-Sonde BepiColombo soll Daten von der Venus sammeln. ESA
Merkur-Sonde BepiColombo soll Daten von der Venus sammeln. ESA

Merkur-Sonde nimmt Venus unter die Lupe.

Graz Nach dem Vorbeiflug an der Erde im April 2020 stattet die im Oktober 2018 gestartete europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo nun erstmals einem anderen Planeten in unserem Sonnensystem einen Besuch ab, um dessen Anziehungskraft für eine Bahn- und Geschwindigkeitsänderung zu nutzen. Für das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das führend an drei Messgeräten beteiligt ist, bietet sich die nächste Gelegenheit, die Sensoren in Betrieb zu nehmen und Daten zu sammeln.

Bei ihrem zweiten von insgesamt neun Swing-By-Manövern wird sich die Doppelraumsonde BepiColombo am 15. Oktober in den frühen Morgenstunden der Venus auf rund 11.000 Kilometer nähern, um die Geschwindigkeit und Flugbahn in Richtung Merkur anzupassen. Die Venus ist jener Planet, der auf seiner Umlaufbahn der Erde mit einem minimalen Abstand von 38 Millionen Kilometern am nächsten kommt. Derzeit ist der Planet in aller Munde, weil in seiner Atmosphäre Monophosphan als möglicher Biomarker für außerirdisches Leben gefunden wurde.

Die Signallaufzeit zwischen den Bodenstationen auf der Erde und der Raumsonde beträgt mittlerweile über neun Minuten. Das macht den Venus-Vorbeiflug zu einem ersten echten Test unter jenen Bedingungen, die ab 2026 beim Merkur herrschen werden. „Die Flugbahn während des ersten Venus-Vorbeiflugs verspricht interessante Daten hinsichtlich der magnetischen Aktivität rund um den Planeten“, betont IWF-Wissenschaftler Martin Volwerk.

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