Fichten reagieren empfindlicher auf Trockenheit als angenommen

Wissen / 16.04.2021 • 11:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Fichten leiden besonders unter Trockenheit. dpa
Fichten leiden besonders unter Trockenheit. dpa

Basel, Würzburg Bäume leiden unter extremen Trockenperioden. Wie solche Ereignisse die Fichte verdursten lassen, haben Forschende in einer im Fachmagazin “PNAS” erschienenen Studie entschlüsselt. Demnach ist der Kollaps des hydraulischen Systems für den Baumtod verantwortlich ist. Bäume verfügen über ein einzigartiges Wasserversorgungssystem: Ihre Wurzeln nehmen Wasser aus dem Boden auf, das über den Stamm in die einzelnen Blätter bis in die Baumkrone transportiert werden muss. Was geschieht nun aber, wenn Trockenheit die Prozesse durcheinanderbringt?

Feldexperiment

Das nahmen Basler Forschende mit Kollegen der Universität Würzburg in einem Feldexperiment während des Hitzesommers 2018 unter die Lupe. Sie untersuchten in der Baselbieter Gemeinde Hölstein zehn über hundert Jahre alte, etwa 30 Meter hohe Fichten, um die saisonalen Schwankungen des Wasserhaushalts in deren Kronen zu messen. “Erstmals konnten wir direkt in der Natur beobachten, was die Trockenheit für große und alte Bäume bedeutet”, sagte der Forstwissenschafter und Mitautor der Studie, Matthias Arend. Bäume können Dürren überleben und sich erholen, wenn es wieder regnet. Aber die Ergebnisse des Forschungsteams zeigten, dass das hydraulische System der Bäume unter Trockenheit viel früher kollabiert als bisher angenommen. Denn die Dehydrierung ist kein linearer Prozess, sondern ein sprunghafter, so Arend: “Innert weniger Tage bricht der Wassertransport völlig zusammen.” Die Folge: Die Bäume können sich nicht mehr erholen und sterben ab.

Die Forschenden schließen aus ihrer Studie, dass insbesondere Fichten empfindlicher auf Trockenheit reagieren, als man bisher vermutet hat.