Asteroideneinschlag veränderte Regenwälder

Wissen / 23.04.2021 • 16:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vor dem Einschlag zeichnete ein offenes Kronendach die Regenwälder aus. AFP
Vor dem Einschlag zeichnete ein offenes Kronendach die Regenwälder aus. AFP

Freiburg, Bogota Ein Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren hat tief in die Struktur der tropischen Regenwälder eingegriffen. Das zeigt ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Freiburg anhand von Fossilien aus Kolumbien. Vor dem Ereignis zeichnete demnach ein offenes Kronendach die Regenwälder aus. Das fünfte Massensterben der Erdgeschichte ereignete sich vor 66 Millionen Jahren, als ein Meteorit im Golf von Mexiko einschlug. Die Katastrophe führte nicht nur zum Untergang der Dinosaurier und zahlreicher anderer Tierarten, sondern löschte auch 45 Prozent der Pflanzenarten in den Tropen aus, wie die Uni Freiburg mitteilte. Anhand von tausenden fossilen Blättern und Pollen aus Kolumbien untersuchte das Forscherteam nun, wie sich der tropische Regenwald im Zuge des Massenaussterbens veränderte. Demnach bestanden die Regenwälder vor dem Massenaussterben etwa zu gleichen Teilen aus Farnen und Blütenpflanzen. Auch Koniferen, hauptsächlich Verwandte der Araukarie und der Kaurifichte, prägten das Ökosystem.

Offenes Kronendach

Erstautorin Monica Carvalho vom Smithsonian Tropical Research Institute und der Universidad del Rosario in Kolumbien geht davon aus, dass die Baumkronen im Gegensatz zu heutigen tropischen Regenwäldern keinen dichten, fast durchgehenden Schirm bildeten. Stickstoff fixierende Leguminosen, wie sie heute in den Tropen in grosser Zahl vertreten sind, habe es damals kaum gegeben.

Nach dem Massenaussterben erholten sich die Wälder in den folgenden Millionen Jahren. Nun wurden aber die Leguminosen und andere Baumfamilien dominant, wie die Blattfossilien zeigen. Leerräume zwischen den Baumkronen wichen einer üppigen Vegetation.