„Man ist immer auf der Suche nach seiner Kreativität“

Wohin / 21.03.2013 • 14:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Demnächst spielt Manu Katché sein einziges Österreich-Konzert bei uns im Ländle. Foto: veranstalter
Demnächst spielt Manu Katché sein einziges Österreich-Konzert bei uns im Ländle. Foto: veranstalter

Manu Katché ertrommelte sich Legendenstatus – u. a. bei Peter Gabriel und Sting.

Schwarzach. (VN) Er ist Schlagzeuger, Komponist und international gefragter Studio-musiker, spielte live für die größten Stars des Musikbusiness, nebenbei hatte er seine eigenen TV-Sendung und saß in der Jury einer französischen Castingshow – die Rede ist von Manu Katché, dem Meister der Drums. Am Montag, 15. April, ist „Der Weltenbummler des Jazz“ bei seinem einzigen Österreich-Konzert in der Kulturbühne AmBach in Götzis live zu erleben.

Du hast mit vielen bekannten Musikern wie Peter Gabriel, „Sting“, „Simple Minds“ oder den „Dire Straits“ zusammengearbeitet. Inwieweit hat das deine eigene Musik beeinflusst?

Manu Katché: Ich denke, es gibt nur wenige Einflüsse dieser Rock- und Pop-Musik in meiner eigenen Musik. Wahrscheinlich sind diese vor allem in der Art des Schreibens bzw. in der Weise wie ich meine Songs strukturiere zu finden. Gewisse Einflüsse kommen aber von den Künstlern selbst. Auch wenn ihre Musik ein Genre bedient, ist ihre Musik weit offen für viele Einflüsse und in jeder ihrer Aufnahmen kann eine breite Vielfalt von Musikstilen vorkommen. Immer wenn ich mit einem Künstler gearbeitet habe, hat das sicherlich meine Vision, meine Musikalität und meinen Wunsch kreativ zu sein beeinflusst.

Du komponierst ja auch selbst Songs – an welchem Instrument machst du das?

Manu Katché: Ich schreibe alle Songs für meine Platten selber, das mache ich am Klavier. Das Klavier ist ja das erste Instrument, das ich in meiner Kindheit erlernt habe. Das war noch bevor ich meine klassische Perkussionausbildung ins Auge gefasst hatte.

Für dich scheint es sehr einfach zu sein, zwischen den Musikgenres zu wechseln, du hast ja in der Vergangenheit mit den unterschiedlichsten Musikern gearbeitet. Warum bist du so gefragt als Drummer?

Manu Katché: Ich denke eigentlich nicht so viel über mich selber nach . . . wahrscheinlich bin ich einfach privilegiert, dass die Künstler, mit denen ich gespielt habe, mich als einen guten Musiker sehen. Wenn man sich auf die Musik einlässt, versucht man automatisch das Beste aus sich herauszuholen. Man ist immer auf der Suche nach seiner Kreativität. Irgendwann aber ist man total im Einklang mit der Musik, die man spielt – und das klingt dann wirklich gut.

Du hast auf ARTE vier Jahre lang die beliebte Sendung „One Shot Not“ moderiert und darin Musiker zu Interviews und Jam-Sessions eingeladen. Warum wurde die Sendung abgesetzt, sie war doch sehr beliebt?

Manu Katché: Ich war sehr stolz auf diese Show. Nach vier Jahren gab es einen Wechsel im französischen ARTE-Management, und der neue Chef war der Meinung, dass meine Sendung nicht mehr gebraucht wird. Leider kam auch aus der deutschen ARTE-Führung kein Wunsch, die Sendung fortzuführen.

Du hast auch schon in einer französischen Casting-Show als Juror mitgewirkt. Wie war diese Erfahrung für dich?

Manu Katché: Als ich mich für diese Casting-Show habe verpflichten lassen, war es mir total ernst, ich wollte ehrlich versuchen, mein Wissen und meine Erfahrung den Kandidaten weiterzugeben. Es war für mich eine ganz neue Erfahrung und es war sehr spannend.

Du und dein Bassist Pino Palladino bilden ein perfektes Rhythmus-Duo, warum ist er so ein perfekter Partner für dich?

Manu Katché: Als wir das erste Mal zusammen gespielt haben, hat es gleich gepasst. Ich denke, wir haben die gleiche musikalische Wellenlänge und auch dieselbe Philosophie über Musik. Außerdem haben wir gleiche Ansichten über Familie, Prinzipien und Werte, wir sind von Anfang an sehr enge Freunde. Irgendwie ist Pino mein Alter Ego.

Zur Person

Emmanuel (Manu) Katché

französischer Schlagzeuger und Studiomusiker

Geboren: 27. Oktober 1958

Laufbahn: Klavierunterricht, klassische Perkussionausbildung; arbeitete bereits mit Stars wie Peter Gabriel, Sting, Dire Straits, Simple Minds, Jan Garbarek u. v. m. zusammen. Schreibt und produziert eigene Platten, 2006 erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik für das Jazz-Album des Jahres 2006.

Manu Katché gastiert am 15. April in der Kulturbühne AmBach in Götzis, Karten: Musikladen (05522/41000)