„Meine Inspiration kommt aus dem Leben“

Wohin / 28.03.2013 • 14:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Klaus Paier war schon mit zwölf Jahren klar, mit dem Akkordeon einen anderen musikalischen Weg zu gehen. Foto: Peter Rigaud
Für Klaus Paier war schon mit zwölf Jahren klar, mit dem Akkordeon einen anderen musikalischen Weg zu gehen. Foto: Peter Rigaud

Klangzauberer Klaus Paier zählt zu den ganz großen Akkordeonisten der Gegenwart.

Bei der Emsiana werden Sie zusammen mit dem David Orlowsky Trio zu erleben sein. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

klaus paier: Durch die aktuelle CD des David Orlowsky Trios mit dem Titel „Chronos“. Bei dieser CD wurde das Trio durch ein Bandoneon klanglich erweitert. Um diese Aufnahmen mit Bandoneon auch live umzusetzen, werde ich immer wieder für Konzerte eingeladen.

Worin sehen Sie die besonderen Herausforderungen bei der Umsetzung eines solchen Projekts?

paier: In neuen musikalischen Erfahrungen, aber auch in der Herausforderung an sich. Vor allem sind solche musikalischen Begegnungen aber immer eine Bereicherung.

In welchem Alter begannen Sie Akkordeon zu spielen und warum?

paier: Mit sieben Jahren. In meiner Familie spielte die Musik und letztendlich auch das Erlernen eines Instruments eine große Rolle. Akkordeon deshalb, da mein Vater auch etwas Akkordeon spielte.

Worin liegt für Sie der Zauber des Instruments Akkordeon?

paier: Darin, immer wieder aufs Neue die Vielfalt an musikalischen und klanglichen Möglichkeiten dieses Instruments zu entdecken und auch auszureizen.

Weltmusik, Jazz, Tango – war es schon immer ein primäres Ziel von Ihnen, das Akkordeon zu entstauben und ihm den Touch von Volksmusik zu nehmen, der ihm hierzulande anlastet?

paier: Ja, bereits im Alter von zwölf Jahren hatte ich die Idee, mit dem Akkordeon einen anderen musikalischen Weg zu gehen. Der Jazz spielte dabei schon sehr früh eine große Rolle.

Welche Umgebung, welche Menschen wirken auf Sie inspirierend?

paier: Meine Inspiration kommt aus dem Leben – durch Reisen, durch die Natur, durch Begegnungen, durch Menschen, die weltoffen sind.

Neben dem Abstecher zum David Orlowsky Trio sind Sie auch solo, sowie mit ihrem Trio und als Duo mit der Cellistin Asja Vacic bzw. dem Saxofonisten Gerald Preinfalk unterwegs. Für welche dieser drei Varianten schlägt Ihr Herz am meisten?

paier: Zu erwähnen wäre auch noch die Zusammenarbeit mit dem radio.string.quartet.vienna. Chronologisch war das Trio meine erste Variante. Darauf folgten die Projekte, jedes absolut spannend und spezifisch in seinen Eigenheiten. Für mich sind alle gleichberechtigt und unverzichtbar.

Sie sind nicht nur Musiker, sondern auch Komponist. Was ist charakteristisch für ein Stück von Klaus Paier?

paier: Da gibt es einen weiten stilistischen Bogen. Wahrscheinlich gibt es wohl Charakteristika oder eine Art „Handschrift“ in meinen Kompositionen, etwas Erkennbares. Als Komponist interessiert es mich, sehr nahe an meinem Instrument zu arbeiten, seine Klangfarben auszureizen und zu erforschen. Ich bediene mich da einer Vielfalt an klanglichen Möglichkeiten, musikalischen Wendungen und Stimmungen. Letztendlich hört aber jeder Musik anders und kann für sich selbst herausfinden, was das Charakteristische in meinen Kompositionen ist.

Was würden Sie neben der Musik noch als wichtigen Eckpfeiler in Ihrem Leben bezeichnen?

paier: Für mich war es immer ganz wesentlich, Platz zu haben, um mich in meiner musikalischen Arbeit frei bewegen und entfalten zu können. Diesen zu finden und zu realisieren ist von Bedeutung für mich. Und da spielen mein persönliches soziales Umfeld, Menschen und Freundschaften, die mir wichtig sind, eine sehr wichtige Rolle.

Zur Person

Klaus Paier

Geboren am: 15. März 1966

Wohnort: St. Stefan/Kärnten

Familienstand: ledig

Lebensmotto: „In Bewegung bleiben.“

Klaus Paier und das David Orlowsky Trio sind am 27. April im Salomon-Sulzer-Saal in Hohenems zu erleben. Vorverkauf: Volksbanken Vorarlberg, Buchhandlung Lesezeichen Hohenems, www.laendleticket.com