„Unsere Musik wurzelt in der urbanen Kultur“

Wohin / 30.10.2014 • 07:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Moop Mama“ bringen am 7. Dezember das Conrad Sohm zum Beben. Foto: Eric Anders
„Moop Mama“ bringen am 7. Dezember das Conrad Sohm zum Beben. Foto: Eric Anders

 

schwarzach. Sieben Bläser, zwei Schlagzeuger und ein Rapper mit Megaphon, „Moop Mama“ bringen mit ihrem „Urban Brass“ einen ganz neuen und sehr eindrücklichen Sound auf die Bühne. Demnächst gastieren sie im Conrad Sohm in Dornbirn. Sänger Keno Langbein stand den VN Rede und Antwort.

Wie ist eure Band „Moop Mama“ entstanden?

Keno: Die Grundidee zur Band hatte unser Saxophonist Marcus Kesselbauer, der schon verschiedene Bigbands geleitet hat. Er wollte eine Band, bei der die Bläser existenzieller Bestandteil der Gruppe sind. So war die Besetzung seine Idee und er hat auch alle Leute zusammengetrommelt.

Du selber bis für den Rap zuständig . . .

Keno: Ja, genau. Mit Megaphon, damit meine Stimme nicht von den starken Blasinstrumenten übertönt wird.

Wie seid ihr auf euren Bandnamen gekommen?

Keno: Es gibt eine Band namens „Moop“ in einer „Southpark“-Folge. „Moop“ ist irgendwie ein lautmalerischer Ausdruck dafür, was wir auf der Bühne machen. Als wir bei einer Bekannten, bei der wir immer proben, darüber diskutierten, wie wir das Wort „Moop“ im Bandnamen verwenden könnten, meinte sie: Wenn ihr „Moop“ seid, dann bin ich ja eure „Moop Mama“, und schwupps hatten wir unseren Bandname.

Seht ihr eure Musik eher als Facette des Hip-Hop oder als moderne Variante der Volksmusik?

Keno: Wenn überhaupt, dann eher Ersteres. Wir wehren uns ein bisschen gegen die Bezeichnung Volksmusik. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass auch unsere Musik eine sehr handgemachte Musik ist. Aber wir sind keine Blaskapelle.

Wie würdest du eure Musik denn selber einordnen?

Keno: Ich komme auf jeden Fall aus dem Hip-Hop. Mit dieser Musik bin ich aufgewachsen und mein Stil ist sehr raplastig, aber „Moop Mama“ ist sehr viel facettenreicher. Unsere Musik hat ihre Wurzeln eher in der urbanen Kultur, deswegen nennen wir sie Urban Brass.

Du sagst, du bist mit HipHop aufgewachsen. Erzähl’ bitte kurz von deinen Anfängen.

Keno: Zu Schulzeiten war ich oft auf dem Skate-Platz, und da kam die erste große Welle deutschen Hip-Hops dahergeschwappt. Ich habe die Texte auswendig gelernt, mitgerappt und dann kamen die ersten Freestyle- und Rap Battles, und so hat dann alles seinen Lauf genommen.

Lebt ihr von eurer Musik oder geht ihr noch euren alten Berufen nach?

Keno: Wir verdienen schon Geld mit unserer Band. Aber mittlerweile ist der Aufwand so groß, dass das Geld immer schnell aufgebraucht ist. Darum machen die meisten von uns auch noch andere Projekte oder gehen weiterhin ihrem Brotjob nach.

Hast du ein Vorbild?

Keno: Ja, da gibt’s natürlich viele Vorbilder. Eines davon ist Jan Delay, mit dem wir gerade als Vorband durch Deutschland touren. Das ist eine große Ehre für uns und wir lernen dabei sehr viel.

Du schreibst die Texte zu euren Songs. Diese sind oft sehr gesellschafts- und zeitkritisch, bist du ein kritischer Mensch?

Keno: Ja, sieht so aus.

Und was inspiriert dich zu deinen Texten?

Keno: Ich bin ein Mensch, der sehr viel beobachtet. Alles was mich bewegt, was mich stört, was ich absurd finde, was mich freut. All diese Beobachtungen fließen in meine Texte ein.

Im Dezember gastiert ihr im Conrad Sohm in Dornbirn . . .

Keno: Es wird unser letztes Konzert in diesem Jahr sein. Darum werden wir noch mal alles an Energie rauslassen, was wir haben.

Zur Person

Keno Langbein

Geboren: im Februar 1986
Wohnort: München
Familienstand: ledig
Lebensmotto: Es läuft immer anders als geplant . . . und es dauert auch viel länger als geplant

„Moop Mama“, 7. Dezember, Conrad Sohm, Dornbirn. Karten: Ländleticket (Raiffeisenbanken und Sparkassen), Musikladen (05522/41000), V-Ticket.at, oeticket.com, eventim.de, u.a.