Auf Achterbahnfahrt durch die Musikstile

Wohin / 27.11.2014 • 11:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kommende Woche in Andelsbuch zu sehen: David Helbocks Random/Control.  Foto: Frenzel
Kommende Woche in Andelsbuch zu sehen: David Helbocks Random/Control. Foto: Frenzel

Zwei Bläser und ein Pianist: David Helbocks Random/Control spielen in Andelsbuch.

schwarzach. David Helbock ist der kreative Motor des Trios. Solo und mit verschiedenen Besetzungen hat der Pianist schon elf CDs unter eigenem Namen herausgebracht. 2011 wurde er mit dem österreichischen „Outstanding Artist Award“ geehrt. Mit seinem Trio „Random/Control“ ist er demnächst im Bahnhof Andelsbuch zu Gast. Der Künstler im VN-Interview.

Du hast bereits mit sechs Jahren angefangen, Klavier zu spielen. War das immer dein Trauminstrument oder warum gerade Klavier?

Helbock: Ich habe mit musikalischer Früherziehung an der Musikschule angefangen. Also Trommeln, Tanzen, Singen. Dann, als ich sechs Jahre alt war, habe ich mit meinem Vater beim Tag der offenen Tür in der Musikschule Feldkirch alle möglichen Instrumente angeschaut. Wahrscheinlich habe ich mich damals weniger bewusst für das Klavier entschieden als vielmehr für die nette, sympathische Klavierlehrerin.

Du spielst noch viele weitere Instrumente, welche?

Helbock: Hauptsächlich Tasteninstrumente. Also neben dem Klavier auch diverse Keyboards oder auch Melodika. Rhythmik hat mich immer fasziniert und ich habe auch eine Zeit lang Schlagzeugunterricht genommen und verwende auch heute noch bei Konzerten viele verschiedene kleine Perkussionsinstrumente.

Woher stammt deine Affinität zum Jazz? Gibt es da einen familiären Hintergrund?

Helbock: Mein Vater ist auch Musiker und ein großer Musiksammler. Er hat also viele Schallplatten und CDs und bei uns zu Hause lief, seit ich mich erinnern kann, immer gute, jazzige Musik.

Was ist für dich das Faszinierende am Jazz?

Helbock: Jazz ist nur ein kleiner Teil meiner Musik. Ich bediene mich bei allen möglichen Musikstilen und verarbeite das dann in meiner Musik. Klassik, zeitgenössische Musik, Weltmusik aus Afrika oder Südamerika bis hin zum Pop. Das Spezielle und Gemeinsame am Jazz und auch an meiner Musik ist, dass ein großer Teil improvisiert ist.

Welche Jazzmusiker sind deine Vorbilder?

Helbock: Thelonious Monk und Hermeto Pascoal. Beide Musiker faszinieren mich und begleiten mich musikalisch schon sehr lange. Diesen beiden haben wir auch unsere letzte CD mit Random/Control gewidmet.

Du warst mit dem David Helbock Trio gerade in China . . .

Helbock: Ich war erst mit meinem Duo, mit dem Geiger Simon Frick, unterwegs. Wir haben eine Tournee durch die Mongolei und China gespielt. Dann spielte ich in Hongkong mit meinem Trio einige Konzerte bei einem Festival.

Du spielst in unterschiedlichen Formationen, auch solo – inwiefern unterscheiden sich die Stile deiner Projekte?

Helbock: Es zieht sich sicher durch alle meine Projekte ein gewisser Stil. Oft spiele ich auch ein Stück zuerst Solo, arrangiere es dann um und spiele es auf eine ganz andere Art im Trio oder Duo. Meine Projekte sind hauptsächlich interessante Instrumentierungen, die mir als Komponist die Möglichkeit geben, mit unterschiedlichen Klangfarben zu arbeiten.

Mit Random/Control bist du demnächst in Andelsbuch zu hören. Wie lange spielst du bereits mit deinen Kollegen Johannes Bär und Andreas Broger zusammen?

Helbock: Ich denke, so sechs Jahre werden es jetzt ungefähr sein. Johannes Bär kenne ich schon viel länger, noch von der Schulzeit vor über 15 Jahren. 2010 haben wir dann unsere erste CD veröffentlicht, jetzt Anfang 2014 die Zweite.

Was erwartet die Zuschauer bei eurem Konzert?

Helbock: Wir werden das Programm unserer aktuellen CD spielen – also vor allem auch Stücke von Hermeto Pascoal und Thelonious Monk. Es wird sicher ein großer Spaß, da wir zwar nur ein Trio sind, aber ungefähr 20 bis 30 Instrumente auf der Bühne haben.

Zur Person

David Helbock
Geboren am: 28. Jänner 1984
Wohnort: Berlin
Familienstand: Ledig/Freundin
Lebensmotto: Tja, wenn ich so was hätte . . .

David Helbocks Random/Control: 6.12. Bahnhof Andelsbuch, 21 Uhr. Karten: www.bahnhof.cc und Abendkasse.