„Schellinksi, mein Spaß und mein Vergnügen“

08.10.2015 • 11:54 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
„Schellinski“ präsentieren Mundartlieder mit Herz und Seele, Akkordeon, Mundharmonika, Gitarre und Klavier. Foto: BAND
„Schellinski“ präsentieren Mundartlieder mit Herz und Seele, Akkordeon, Mundharmonika, Gitarre und Klavier. Foto: BAND

Unter dem Motto „100 Jahre kleines Elend“ gastieren „Schellinksi“ in Götzis.

schwarzach. Bernie Weber, Walter Schuler, Roman Lorenz – kurz „Schellinksi“ –  präsentieren demnächst ihre besten Songs bei einem Konzert in Götzis. Mundartlieder mit Herz und Seele, Akkordeon, Mundharmonika, Gitarre und Klavier. Im Interview erzählt Bernie Weber u. a., was sich hinter ihrem Konzertmotto verbirgt. 

Du bist demächst mit deiner Band „Schellinksi“ in Götzis zu hören. Beschreibe bitte in ein, zwei kurzen Sätzen, was „Schellinski“ für dein Leben bedeutet.

Weber: „Schellinski“ ist mein Spaß und mein Vergnügen. Mit meinen Musikantenfreunden auf der Bühne zu sitzen und in den dunklen Saal zu blinzeln, ist etwas vom Schönsten, was es gibt.

Euer Konzert läuft unter dem Titel „100 Jahre kleines Elend“. Erklär uns bitte, was sich dahinter verbirgt.

Weber: Dahinter verbirgt sich gar nichts. Das ist mir als spontanes Stimmungsbild eingefallen, als ich versucht habe, irgendwie „Schellinski“-Songs-Inhalte und -Gefühle in einen Satz zu packen.

Und dann habt Ihr das als Konzertmotto gewählt?

Weber: Ja, das war ganz einfach und furchtbar unspektakulär. Die Veranstalterin Veronika Ess hat mich gefragt, ob es nicht ein Motto für das Konzert gäbe, und ich habe mir gedacht, ein Motto wäre doch prima. Und dann ist mir eben das Stimmungsbild herausgerutscht. Dann ist es dagelegen und wir haben es aufs Plakat geschrieben. Es ist aber nicht der Titel einer neuen CD, weil eine neue CD gibt’s frühestens 2016.

„Schellinksi“ ist ja eine Mundart-Band. Was sind für dich die Vorzüge/Vorteile des Dialektgesangs?

Weber: Der große Vorteil ist, dass man für das Texten kein Englisch-Wörterbuch mehr braucht. Man kann auch im Dialekt viel feiner und sicherer Dinge und Gefühle beschreiben, als es mir in einer Fremdsprache wie Englisch oder Französisch möglich ist und war.

Gibt’s auch Nachteile des Dialektgesangs?

Weber: Nachteile gibt’s keine. In Wien versteht man uns zwar nicht so gut, aber bei den englischen Texten meiner früheren Bands „Twist of Fate“ oder „Never do Well“ haben die Zuhörer die Texte wahrscheinlich auch nicht auswendig gelernt.

Was waren deine schönsten Höhepunkte als Musiker bisher?

Weber: Höhepunkte gab es viele, Tiefpunkte aber auch. Es gab Konzerte mit 15.000 Zuschauern gemeinsam mit Joe Cocker, Bob Dylan oder den „Bee Gees“ und dem Open Air St. Gallen. Und es gab zumindest ein Club-Konzert mit keinem einzigen Zuschauer. Wir haben trotzdem gespielt. Nach fünf Minuten sind dann eh noch zwei gekommen (lacht).

Gibt es schon musikalische Pläne für die nächste Zeit?

Weber: Nein, nicht wirklich. Vielleicht machen wir nächstes Jahr eine neue „Schellinski“-CD, vielleicht auch nicht.

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du, deine Musikkarriere betreffend, heute etwas anders machen?

Weber: Ja, unbedingt. Am 14. Juni 1991 haben wir Bob Dylan hinter der Bühne im Innsbrucker Olympiastadion getroffen. Wir waren alle so baff, dass wir ihn nur sprachlos angestarrt haben. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mir heute was Schneidiges für das Aufeinandertreffen mit ihm überlegen.

Was wünschst du dir für die Vorarlberger Musikszene der Zukunft?

Weber: Ich wünsche mir viele begeisterte Musiker und vor allem gute Schreiberlinge, die feine und schöne Texte dichten.

Zur Person

Bernhard Weber

Geboren: 1963

Wohnort: Altach

Familienstand: verheiratet

Lebensmotto: „Hüt an Rappa, morn an Rappa, git a noie Zipflkappa“

„Schellinski“ sind am 7. November mit ihrem Programm „100 Jahre kleines Elend“ im Vereinshaussaal/Kulturbühne AMBACH in Götzis zu Gast. Karten: Musikladen.