„Ein Comeback haben wir nicht geplant“

20.04.2017 • 07:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach 14 Jahren gehen sie getrennte Wege: HMBC. Foto: hmbc
Nach 14 Jahren gehen sie getrennte Wege: HMBC. Foto: hmbc

Der HMBC gibt seine letzten Konzerte, dann gehen die Bandmitglieder getrennte Wege.

schwarzach. Nach 14 Jahren soll nun alles vorbei sein: Der Holstuonarmusigbigbandclub löst sich auf. Band-Mitbegründer Bartholomäus Natter erzählt im VN-Interview über 14 Jahre HMBC, was zum Entschluss der Trennung geführt hat und was in Zukunft musikalisch für ihn ansteht.

Ihr spielt eure Abschiedskonzerte als HMBC, hört ihr wirklich endgültig auf?

Natter: Ja, so sieht es aus. Wir wollen natürlich nichts für immer ausschließen, aber ein Comeback des HMBC in naher Zukunft ist nicht geplant.

Wann habt ihr diesen Entschluss gefasst und was war ausschlaggebend?

Natter: Beschlossen haben wir es letzten Sommer. Es hat sich herausgestellt, dass sich die Prioritäten verschoben haben und dass andere Projekte und Dinge wichtiger geworden sind als dieses.

Ihr habt im Herbst verlauten lassen, dass ihr euch anderen musikalischen Projekten widmen möchtet – welchen?

Natter: Das ist sehr individuell. Lehrtätigkeit beim einen, eine neue Band beim anderen. Oder ein älteres Projekt, das aufgefrischt wird. Wir werden auf jeden Fall auch in Zukunft mit Musik zu tun haben.

Wie sehen deine persönlichen Pläne aus, was wirst du als nächstes in Angriff nehmen?

Natter: So ganz genau weiß ich das noch nicht. Ich habe jedenfalls wieder Zeit und Gelegenheit, auch in anderen Gruppen mitzuwirken und wer weiß, vielleicht nehme ich nebenbei noch eine Weiterbildung in Angriff. Elementare Musikpädagogik würde mich interessieren. Oder Geschichte.

Könntet ihr euch vorstellen wieder einmal etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen oder geht ihr nun alle getrennte Wege?

Natter: Wir kennen uns teilweise seit über zwanzig Jahren und verstehen uns menschlich und musikalisch blind – natürlich werden wir in der einen oder anderen Konstellation wieder gemeinsam musizieren. Andreas und Johannes spielen zum Beispiel weiterhin gemeinsam bei Random/Control und haben mit Alfred Vogel eine neue Band gegründet, mit der im Herbst das erste Album veröffentlicht wird.

Wenn du auf diese 14 Jahre HMBC zurückblickst, welche schönen Momente sind dir besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben?

Natter: Für mich sind es immer die „ersten Male“, die sich in der Erinnerung festgesetzt haben. Das erste Mal vor über 1000 Leuten, das erste Mal live im Fernsehen, das erste Mal in der neuen Besetzung, und so weiter. Und natürlich besonders gelungene Konzerte in schönen Häusern mit besonderen Publikumsreaktionen. Standing Ovations im Musikverein vergisst man nicht so schnell.

Und gibt’s auch negative Erinnerungen, vielleicht die unschönen Nebeneffekte des Erfolgs?

Natter: Das sind sehr wenige. Philipps Entscheidung, aufzuhören, fällt mir ein, oder einzelne Konzerte, bei denen Teile des Publikums den Saal verließen, nachdem wir „vo Mello“ gespielt hatten, weil sie uns offenbar zeigen wollten, dass sie der Rest nicht interessiert.

Was wünschst du dir für deine musikalische Zukunft?

Natter: Ich möchte eigentlich nur weiterhin Trompete spielen. Das mache ich am liebsten. Wo und wie und mit wem, ist nicht so wichtig. Hauptsache, ich kann mit meinem Instrument Musik machen.

Zur Person

Bartholomäus Natter

Geboren: 22.10.84

Wohnort: Wien

Familienstand: Partnerin

Lebensmotto: Habe ich keines!

HMBC-Konzerte: Charity-Konzert am 28. April im Sonnenbergsaal Nüziders, 26. Mai in der Wirtschaft Dornbirn. Abschiedskonzerte am 25. im Rathaussaal Andelsbuch und am 28. Mai im Bahnhof Andelsbuch. Infos: www.hmbc.at.