Das „Hope House“ im Kunsthaus öffnet zum letzten Mal

Leserservice / 30.03.2018 • 10:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Installation soll zum Nachdenken anregen und dem Besucher einen Spiegel vorhalten.vN / philipp steurer
Die Installation soll zum Nachdenken anregen und dem Besucher einen Spiegel vorhalten.vN / philipp steurer

Bis einschließlich
Ostermontag ist Simon
Fujiwaras „Hope House“ im KUB noch aufgebaut

10–18 Uhr, Kunsthaus, bregenz Was ist echt? Es scheint, als würden nicht nur Produkte verkauft, die ein emotionales, authentisches Erleben versprechen, sondern auch Erfahrungen. Die absolute Kommerzialisierung lässt nichts aus, nicht einmal die Tabus der Geschichte. Simon Fujiwara, der 2017 bereits die Billboards des Kunsthaus Bregenz bespielte, hat für die erste KUB-Ausstellung 2018 ein delikates Thema der Vermarktung aufgegriffen: die Geschichte des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam.

Das Gebäude, größtenteils eine Rekonstruk-tion, in der nur wenige Überreste originaler Artefakte aus dem Familienbesitz enthalten sind, ist ein Besuchermagnet. Fujiwara reagiert auf die Rekonstruktion der Räume, indem er das Haus im Kunsthaus Bregenz 1:1 nachgebildet hat. Als Vorbild nimmt er den Bastel-Bausatz, der im Shop des Anne Frank Museums erhältlich ist. Aus der Replik, aus dem Set der Kopien, wird eine große, teilweise begehbare Kopie. Das Kunsthaus Bregenz setzt damit seine unverwechselbaren Interventionen fort, diesmal mit der heute unvermeidlichen Thematisierung von Echtheit, Originalität, Wert, Geschichte und Replizierbarkeit. Simon Fujiwara: „Das Projekt ist keine Parodie des Kapitalismus, es zeigt den Kapitalismus.“

Die seit 27. Jänner laufende Ausstellung findet nun am Ostermontag ihr Ende. Um 16 Uhr besteht die Möglichkeit, letztmals an einer Führung teilzunehmen. Das Kunsthaus hält am Feiertag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kontakt: Tel. 05574 48594-0, kub@kunsthaus-bregenz.at. Die nächste Ausstellung „Mika Rottenberg“ wird am 20. April eröffnet.