„Tanzschuhe einpacken und mitfeiern!“

28.02.2019 • 15:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

VN-Interview: Die Electro-Brass-Band „Erwin & Edwin“ rockt den Carinisaal in Lustenau.

Erwin & Edwin rocken den Carinisaal. sümbültepe
Erwin & Edwin rocken den Carinisaal. sümbültepe

„Erwin & Edwin“ sind fünf junge Musiker aus verschiedenen Ecken Österreichs, die in Wien zusammengefunden haben und Blasmusik mit elektronischen Beats vereinen. Demnächst präsentieren sie ihr neues Album in Lustenau. Simon Gramberger im VN-Interview.


Ihr seid ein Quintett, warum nennt ihr euch Erwin & Edwin?

SIMON Die Frage bekommen wir zum ersten Mal gestellt… (lacht) Der Name war da, bevor aus dem Projekt eine Band geworden ist! Als wir dann mehr als 2 Leute waren, haben wir trotzdem beschlossen, ihn zu behalten. Das hat so was Urösterreichisches, und wir fanden es lustig, diese alteingesessenen Namen mit unserer modernen Musik zu verbinden. Der Bandname steht unter anderem für die Verbindung zur Blasmusik und den ländlichen Traditionen, die bei (fast) allen von uns verwurzelt sind. Gleichzeitig aber auch für den Ausbruch aus diesen Strukturen und die Befreiung von den auferlegten Zwängen der Gesellschaft! Wir nehmen uns selbst nicht ganz zu ernst und versuchen, uns nicht zu viele Gedanken über unser Image zu machen. Das kann im Zeitalter der Selbstvermarktung schon dazu beitragen, offen für neue Ideen zu bleiben und ab und zu was Neues zu wagen. Außerdem heißen unsere Live-Techniker zufällig Erwin und Edwin, aber das ist eine andere Geschichte…

Ihr vereint elektronische Beats mit Blasmusik – wie können wir uns das vorstellen? Welche Instrumente kommen zum Einsatz?

SIMON Im kreativen Prozess ist das bei uns ganz unterschiedlich – manchmal kommt zuerst das elektronische und wird mit Instrumenten unterstützt, bei anderen Tracks entsteht eine Melodie (Gesang, Gitarre, Trompete) und bekommt dann durch zusätzliche Beats und Synthesizer den unverkennbaren Erwin & Edwin Sound. Live wird das Ganze dann mit Schlagzeug, Tuba, Posaune, Trompete, Gitarre und Gesang umgesetzt!

Aus welchen musikalischen Ecken/Musikrichtungen stammt ihr eigentlich?

SIMON Das ist bei uns wirklich sehr breit gefächert… Michi, unser Gitarrist aus der Steiermark, kommt aus dem Rock/Funk/Ska Bereich und bringt immer wieder Einflüsse aus diesen Genres in unsere Kompositionen. Er ist außerdem ausgebildeter Tontechniker und übernimmt oft Produktion und Mixing bei den Tracks. Simon war – wie die beiden anderen Oberösterreicher (Vali und Georg) – in einem Blasmusikverein, hat aber auch eine Vergangenheit im Punkrock und singt nebenbei in der Acapella-Band „Gesangskapelle Hermann“. Vali ist als Schlagwerker und Tubist in der Orchestermusik tätig und hatte in der Jugend ein Bandprojekt mit Mitgliedern von „Flut“, die aus der selben Region stammen (Sigharting/Andorf/Sauwald). Georg, auch ein Innviertler, ist auch Mitglied bei traditionelleren Blasmusik-Projekten und spielt seit 2019 Solo-Trompete im „Oberösterreichischen Jugend Jazz Orchester“. Alix, unser Exil-Berliner, hatte verständlicherweise bis vor kurzem nichts mit Blasmusik am Hut und kommt eindeutig aus dem Hip-Hop/Rap Bereich. Neben seinem Solo-Projekt ist er auch immer wieder mit [dunkelbunt] auf Tour.

Gerade habt ihr euer erstes Album „Power“ herausgebracht. Wie lange habt ihr daran gearbeitet?

SIMON Die ersten Instrumental-Skizzen sind bereits 2017 entstanden, die Arbeit mit Alix an den Vocals hat aber erst Anfang 2018 begonnen. Manche Tracks sind noch nach dem Sommer entstanden, obwohl die Aufnahmen bis Anfang November fertig sein mussten! Wir hatten ja Ende 2017 einen Besetzungswechsel, die Gründungsmitglieder Flo (DJ) und Xoph (Trompete) wurden durch die beiden jungen Bläser ersetzt. Die mussten sich erst in den Kompositions- und Recording-Prozess einfügen, was aber im Laufe des Jahres immer besser funktioniert hat. Bei uns arbeitet jeder woanders an den Songs, Michi hat ein Studio in der Steiermark, Alix und Simon Wohnungen/Proberäume in Wien, Vali und Georg treffen sich in Oberösterreich und brüten dort an Ideen. Das Album war eigentlich ein Prozess des Zusammenfindens, jetzt haben wir einen guten Workflow etabliert und arbeiten schon an den nächsten Songs!

Was finden wir darauf? Auch viel Tanzbares?

SIMON Auf jeden Fall! Neben „klassischen“ Erwin & Edwin Nummern, die eher Richtung Club-Musik gehen (Gib Ihm, Influenza, Mekong, Power) haben wir auf diesem Album auch mit Hip-Hop experimentiert (Egolotion, Nach Oben) und etwas mehr Pop reingebracht (Mein Ding, Hoch). Wir wollen, dass man unsere Musik nicht nur im Club sondern auch zu Hause oder unterwegs gerne hört. Viel POWER und die Mission, Menschen zum Tanzen zu bringen, ist jedenfalls immer dabei!

Im März können wir euch in Lustenau live erleben. Wer darf Euer Konzert auf keinen Fall verpassen?

SIMON Ganz Vorarlberg sollte unserer Meinung nach die Tanzschuhe einpacken und mit uns gebührend den Album Release feiern (lacht). Manche kennen uns vielleicht vom Szene Open Air, da haben wir nach Wanda die Hauptbühne abgerissen… Für jung und alt ist was dabei, wer uns das nicht glaubt, muss sich selber davon überzeugen!F

ERwin & Edwin

Gegründet 2012

Mitglieder Simon Gramberger (Schlagzeug, Posaune, Gesang), Michael Mosbacher (Gitarre, Produktion, Mixing), Valentin Reiter (Tuba, Basstrompete, Percussion, Gesang), Georg Huber (Trompete), Alix (Gesang)

Genre Electro Brass