Semino Rossi erfüllt sich mit Unplugged-Latino-Tour einen Herzenswunsch

Wohin / 12.04.2019 • 11:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Meister der Gefühle: Semino Rossi. Im Mai kommt er nach Bregenz. Konstantin Kurasch

Ab Ende April macht sich Schlagerstar Semino Rossi auf eine Konzertreise zu seinen musikalischen Wurzeln.

Schwarzach Er verzaubert sein Publikum in insgesamt 18 berührenden Konzerten in seiner Muttersprache Spanisch. Ende Mai können wir ihn mit einer zwölf Mann starken Band und dem Special Guest Manolo Voice of the Gypsies auch in Vorarlberg erleben. Der argentinische Sänger sprach mit den VN über seine Musik.

Mit ihrer Unplugged-Latino-Tour erfüllen Sie sich einen lang gehegten Traum, richtig?

Ja, das ist richtig. Fast 20 Jahre lang habe ich lateinamerikanische Musik gemacht. Ich habe auf der Straße, in Hotels, einfach überall gespielt. Vor 15 Jahren hatte ich dann das große Glück, mit deutschen Schlagern erfolgreich zu werden. Aber der Latino ist noch immer in mir. Den großen Wunsch, einmal eine Latino-Tour zu machen, trage ich schon viele, viele Jahre in mir. Und nun ist der richtige Zeitpunkt dafür.

Warum hat es so lange gedauert, bis Sie sich diesen Wunsch erfüllt haben?

Als ich noch weniger bekannt war und meine Frau mich finanziell unterstützte, musste ich die Gelegenheit, mit deutschen Liedern Geld zu verdienen, wahrnehmen. Inzwischen habe ich schon acht Millionen Platten verkauft und kann es mir leisten, auch einmal das zu machen, was mein Herz seit vielen Jahren fordert. Wir werden bei unserer Tour neben den Latino-Songs aber auch Klassiker wie „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ bringen, jedoch im Salsa-Stil. Es wird ein richtiges Fest, vielleicht mit weniger Licht und Feuerwerk, aber dafür mit sehr viel Musik und Temperament.

Sie singen bei diesen Konzerten auf Spanisch. Inwiefern fühlt sich das anders an als auf Deutsch zu singen?

Es sind zwei verschiedene Sprachen, aber dasselbe Gefühl. Der Unterschied liegt nur darin, dass es für mich einfacher ist, ein spanisches Lied zu lernen, als ein deutsches. 

Sie sind in Argentinien geboren und aufgewachsen, leben nun schon sehr lange in Österreich. Wo ist Ihr Herz zu Hause?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, mein Herz ist zweigeteilt. Ein Teil ist und bleibt in Argentinien. Dort sind immer noch meine liebe Mama, meine Brüder. Der andere Teil ist in Österreich, wo ich die große Chance meines Lebens bekommen habe. Es ist ein wunderschönes Land und ich bin glücklich hier mit meiner Frau Gabi und meinen Töchtern Laura, die mich bald zum Opa machen wird, und Vanessa.

Sie singen hauptsächlich über die Liebe. Ist die Liebe für Sie das Wichtigste im Leben?

Alles, was man mit Liebe macht, ist richtig. Und ich liebe, was ich mache. Ich glaube, die Liebe ist der Motor der ganzen Welt. Man kann ohne Geld leben, aber es ist verdammt schwierig, ohne Liebe zu leben.

Was unterscheidet den Sänger Semino Rossi vom Privatmenschen Omar Ernesto Semino?

Der eine ist berühmt, der andere nicht. Aber es ist der gleiche Mensch, es gibt keinen wirklichen Unterschied. Höchstens, dass ich privat gern in kurzen Hosen und barfuß herumlaufe, das geht als Sänger auf der Bühne eher nicht (lacht).

Was, denken Sie, schätzt Ihr Publikum besonders an Semino Rossi?

Meine Ehrlichkeit, meine Authentizität. Ich liebe Musik und ich mache mit meiner ganzen Seele Musik. Ich glaube, das schätzen die Leute. Ich bin ein echter Bursch.

Semino Rossi gastiert am 20. Mai im Festspielhaus Bregenz. Karten: oeticket.com

Semino Rossi

Geboren 29. Mai 1962

Wohnort Mills bei Hall

Lebensmotto „Leben und leben lassen“