„Shake Stew“-Bandleader Lukas Kranzelbinder im VN-Interview

11.05.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lukas Kranzelbinder (Mitte) und sein „Shake Stew“.

Nächste Woche präsentiert die österreichische Jazzband der Stunde, „Shake Stew“, im Spielboden ihr neues Programm.

Schwarzach Nach Konzerten in aller Welt spielt die einzigartige Formation zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in Vorarlberg. Frontmann Lukas Kranzelbinder erzählt im VN-Interview, was für ihn in einen perfekten musikalischen Eintopf gehört.

Ihr nennt euch „Shake Stew“, das heißt soviel wie Schüttel-Eintopf. Was steht genau hinter eurem Namen?

Als wir die Band gegründet haben war mir wichtig, einen Bandnamen zu wählen, der gut klingt und der keine genaue Bedeutung hat, den man also quasi mit unserer Musik befüllen kann. Da passt „Shake Stew“ sehr gut.

Was gehört für dich musikalisch zu einem guten Eintopf?

Bei mir geht es immer sehr stark um Energie. Die Band ist aus dem Wunsch heraus entstanden, Musiker zusammenzustellen, die eigentlich immer über ihr Limit gehen. Alle Persönlichkeiten von „Shake Stew“ haben diese Eigenschaft, diesen unglaublichen Antrieb. Es entsteht bei den Konzerten ein richtiger Sog, dem sich das Publikum zum Glück oft kaum entziehen kann. Bei unserer Musik muss man als Zuhörer nicht sehr aktiv sein, man kann sich einfach treiben lassen.

Ihr habt euch dem Jazz verschrieben. Was fasziniert euch an dieser Musikrichtung?

In unserer Musik sind sehr viele Stile vertreten. Für mich bedeutet Jazz, offen mit den verschiedenen Einflüssen umzugehen und sie zu einem stimmigen Ganzen zusammenzubringen.

Ihr seid zu siebt. Welche Instrumente fließen in eure Musik ein?

Wir haben eine recht ungewöhnliche Besetzung mit zwei Schlagzeugern, zwei Bässen und drei Bläsern. Die ist so zustande gekommen, weil ich mir zuerst überlegt habe, mit wem ich gerne zusammenspielen möchte, bevor ich mich fragte, was derjenige für ein Instrument spielt. Aber es funktioniert super. Seit wir in dieser Besetzung zusammenspielen, ergibt sich daraus eine unglaublich kreative Schöpfungsquelle. Man kann in dieser Zusammenstellung ganz anders arbeiten als in herkömmlichen Besetzungen, sehr grooveorientiert, sehr rhythmusgetrieben, aber auch sehr fragil mit akustischen Klangmöglichkeiten an den Kontrabässen. Gemeinsam mit den Bläsern gibt das eine sehr schöne Melange.

Mit euren Darbietungen bewegt ihr euch auf sehr hohem Niveau. Wie oft und wie lange probt ihr?

Wenn wir ein neues Programm vorbereiten proben wir sehr intensiv. Ansonsten ist es aber so, dass wir unserer Musik bei den Konzerten einfach freien Lauf lassen. Wir entwickeln unsere Musik von Konzert zu Konzert weiter, sie verändert sich immer wieder. Darum ist auch jedes Konzert einzigartig.

Nächste Woche gastiert ihr in Dornbirn. Was werden wir bei eurem Konzert hören?

Ich freue mich sehr, endlich wieder in Vorarlberg zu spielen, weil ich stark mit der Musikszene in Vorarlberg verwurzelt bin. Wir werden Songs aus unserem aktuellen Album „Rise and rise again“ spielen, aber auch neue Sachen, da wir in einem Monat schon wieder ins Studio gehen und das nächste Album einspielen. Es wir eine gute Mischung zu hören sein. FA

„Shake Stew“ sind am 17. Mai um 19.30 Uhr im Spielboden in Dornbirn live zu erleben. Karten: www.spielboden.at

Lukas Kranzelbinder

Geboren 30.8. 1988

Wohnort Wien

Hobbys Familie, Tennis, Manchester United