„Ich war ein Träumer“

Wohin / 03.10.2019 • 12:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Michael Mittermeier kämpft gegen die Absurditäten des Alltags. O.heine
Michael Mittermeier kämpft gegen die Absurditäten des Alltags. O.heine

Der Münchner Comedian Michael Mittermeier bringt sein neues Programm auf die Bühne.

schwarzach „Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ nennt sich die aktuelle Show von Michael Mittermeier, in der sich der Comedian einen Schlagabtausch mit den Absurditäten des Alltags liefert. Der Künstler im VN-Interview.

 

Du kommst mit deinem aktuellen Programm „Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ nach Bregenz. Gibt’s jemanden, dem du gerne mal einen Lucky Punch verpassen würdest?

Mittermeier Das kannst du dir bald im Programm anschauen . . . Nein, im Ernst, es ist ja so, dass die kleinen Absurditäten des Alltags tagtäglich auf einen hereinbrechen, gegen die kämpft man dann. Und dazu setzt man dann schon mal so eine Wuchtl ein.

 

Wuchtl ist ja eigentlich ein österreichisches Wort, verwendet ihr es in Bayern auch?

Mittermeier Keiner außer mir. Ist ja wurscht, dass in Deutschland keiner den Ausdruck kennt, ich mag das Wort halt einfach.

Du als Comedian kämpfst in der neuen Show quasi gegen die Absurditäten des Alltags. Das Leben schreibt also die besten Gags?

Mittermeier So ist es. Die Realität ist der beste Wuchtl-Lieferant. Und das Gute daran ist, dass einem der Stoff hier niemals ausgehen kann.

 

Gibst du uns ein Beispiel?

Mittermeier Ich lese zum Beispiel die Schlagzeile, dass ein großer deutscher Diskonter als Maßnahme für den Umweltschutz seine Plastiktüten um 1 Cent verkauft. So. Toll. Dem Comedian in mir  kommt da aber gleich der Gedanke: ich schicke jetzt meine Tochter einfach mit einem Euro los und sag, sie soll dafür 100 Plastiksackerl mitbringen. Dann sind die Dinger vielleicht bald weg vom Markt – so wie die Glühbirnen. 

 

Du stehst seit 30 Jahren auf der Bühne. In dieser Zeit hat sich die Comedy-Szene ja schon verändert. Was empfindest du als positiv, was als negativ?

Mittermeier Ich kann da kein Pauschalurteil abgeben, was besser und schlechter ist als früher. Ich finde, Comedy wird immer mehr zu einem Beruf. Eigentlich ist es ja eine Kunstform. Es gibt heute viele Menschen, die die Comedy für sich entdecken, auf die Bühne gehen und sich ausprobieren. Das finde ich toll. Wenn das ganze aber zu sehr industrialisiert wird, ist das nicht so positiv. Im Fernsehen sieht man ja oftmals nur die Teile, die der Redakteur durchlässt. Ein Programm in seinem Gesamten wirkt ganz anders. Also Leute, geht raus und schaut euch die Vorstellungen live an.   

 

Inwiefern hast du dich in dieser Zeit verändert?

Mittermeier Ich entwickle mich allein dadurch weiter, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Vor 20 Jahren waren Themen wie Smartphones oder Alexa, also künstliche Intelligenz, noch gar kein Thema. Heute sind sie allgegenwärtig. Jeder und alles ändert sich im Laufe der Zeit.

 

War es eigentlich immer schon dein Wunsch auf der Bühne zu stehen? Oder welche Zukunftspläne hattest du in deiner Jugend?

Mittermeier Ich hatte als Jugendlicher keine Zukunftspläne. Ich war ein Träumer. Irgendwann wusste ich einfach, dass ich auf die Bühne will. Scheinbar war ich dann schon ein bisschen lustig, denn sonst hätt’s ja nicht geklappt. Am Anfang bin ich oft vor 15 Leuten aufgetreten. Wenn ich die aber zum Lachen gebracht habe, war das ein super Gefühl.

 

Du als Münchner – gehst du aufs Oktoberfest?

Mittermeier Freilich. Ich war letzten Freitag auf dem Oktoberfest.

 

Bitte vervollständige den Satz: Die Bühne bedeutet für mich . . .

Mittermeier Fliegen. Unendlichkeit. Selbstverwirklichung.

Zur Person

Michael Mittermeier

Geboren 3. April 1966

Wohnort München

Familienstand verheiratet, eine Tochter

Lebensmotto Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu!

Michael Mittermeier: Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück. 8. Oktober, Festspielhaus Bregenz. Karten: oeticket.com