„Ich war ein Träumer“ sagt Michael Mittermeier

Wohin / 04.10.2019 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Michael Mittermeier kämpft gegen die Absurditäten des Alltags. O. HEINE

„Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ nennt sich die aktuelle Show von Michael Mittermeier.

Du kommst mit deinem aktuellen Programm „Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ nach Bregenz. Gibt’s jemanden, dem du gerne mal einen Lucky Punch verpassen würdest?

Das kannst du dir im Programm anschauen . . . Es ist ja so, dass die kleinen Absurditäten des Alltags tagtäglich auf einen hereinbrechen und gegen die kämpft man dann. Und dazu setzt man dann schon so eine Wuchtl ein.

Wuchtl ist ja eigentlich ein österreichisches Wort, verwendet ihr es in Bayern auch?

Keiner außer mir. Ist ja wurscht, dass in Deutschland keiner den Ausdruck kennt, ich mag das Wort halt einfach.

Du als Comedian kämpfst in der neuen Show quasi gegen die Absurditäten des Alltags. Das Leben schreibt also die besten Gags?

So ist es. Die Realität ist der beste Wuchtl-Lieferant. Und das Gute daran ist, dass einem der Stoff hier niemals ausgehen kann.

Gibst du uns ein Beispiel?

Ich lese zum Beispiel die Schlagzeile, dass ein großer deutscher Diskonter als Maßnahme für den Umweltschutz seine Plastiktüten um 1 Cent verkauft. So. Toll. Dem Comedian in mir  kommt da aber gleich der Gedanke: Ich schicke jetzt meine Tochter einfach mit einem Euro los und sag, sie soll dafür 100 Plastiksackerl mitbringen. Dann sind die Dinger vielleicht bald weg vom Markt – so wie die Glühbirnen. 

Du stehst seit 30 Jahren auf der Bühne. In dieser langen Zeit hat sich die Comedy-Szene ja schon verändert. Was empfindest du bei diesen Veränderungen als positiv, was als negativ?

Da kann ich kein Pauschalurteil abgeben, was besser und schlechter ist als früher. Ich finde, Comedy wird immer mehr zu einem Beruf. Eigentlich ist es ja eine Kunstform. Es gibt mittlerweile viele junge Menschen, die die Comedy für sich entdecken, die auf die Bühne gehen und sich ausprobieren, das finde ich toll. Wenn das Ganze aber zu sehr industrialisiert wird, ist das nicht so positiv. Im Fernsehen sieht man ja oftmals nur die Teile, die der Redakteur durchlässt. Ein Programm in seinem Gesamten wirkt aber ganz anders. Also Leute, geht raus und schaut euch die Vorstellungen live an.  

Inwiefern hast du dich bzw. deine Bühnenaktivität dabei selbst verändert/ entwickelt?

Ich entwickle mich allein dadurch weiter, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Vor 20 Jahren waren Themen wie Smartphones, Siri oder Alexa, also künstliche Intelligenz, noch gar kein Thema. Heute sind sie allgegenwärtig. Jeder und alles ändert sich im Laufe der Zeit.

Es ist ja gerade Oktoberfest. Du als Münchner – warst du schon oder gehst du aufs Oktoberfest?

Freilich. Ich war vergangenes Wochenende auf dem Oktoberfest.

War es eigentlich immer schon dein Wunsch, auf der Bühne zu stehen? Oder welche Zukunftspläne hattest du in deiner Jugend?

Ich hatte als Jugendlicher gar keine Zukunftspläne. Ich war ein Träumer. Irgendwann wusste ich einfach, dass ich auf die Bühne will. Ich hatte da aber keinen Berufswunsch an sich, ich wollte einfach auf die Bühne und irgendetwas machen. Scheinbar war ich dann schon ein bisschen lustig, denn sonst hätt’s ja nicht geklappt. Am Anfang bin ich oft vor 15 Leuten aufgetreten. Wenn ich die aber zum Lachen gebracht habe, war das ein super Gefühl.

Bitte vervollständige abschließend den Satz: Die Bühne bedeutet für mich . . .

Fliegen. Unendlichkeit. Selbstverwirklichung. FA

Michael Mittermeier: Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück. 8. Oktober, Festspielhaus Bregenz. Karten: oeticket.com