Kabarettistin Neuschmid schreibt 40 Jahre in die Zukunft

Wohin / 11.10.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Maria Neuschmid präsentiert ihr neues Kabarett in Rankweil. NEUSCHMID

Im VN-Interview erzählt Maria Neuschmid über ihr neues Bühnenprogramm und ihren Granny-Au-pair-Sommer.

In Ihrem neuen Programm“ Himmelfahrt“ geht es um eine verstorbene 100-Jährige, die zwischen Tod und Auferstehung ihr Leben Revue passieren lässt. Klingt irgendwie nach ernstem Thema?

Ja, das Thema Tod ist immer irgendwie ernst. Aber die Dame lässt ja ihr Leben Revue passieren, und das ist zum Teil berührend und zum Teil auch lustig.

Gab es einen Anlass, der Sie zu diesem Stück inspiriert hat?

Nein. Ich bin ständig am Überlegen, wie ich auf dieses Stück gekommen bin, ich weiß es nicht. Ich bin jetzt 60 und die Verstorbene ist 100. Somit musste ich quasi 40 Jahre in die Zukunft schreiben. Das hat mich gereizt. Die Zukunft kann ja in Tausende Richtungen gehen.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich weiß nicht was kommt, aber ich glaube nicht, dass es nach diesem Leben zu Ende ist. 

War das Stück flüssig zu schreiben?

Ja, total. Ich habe es in England geschrieben, wo ich im Sommer als Granny-Au-pair gearbeitet habe.

Wie kam das, dass Sie als Granny-Au-pair gearbeitet haben?

Tja, das Reisen war schon immer meine Leidenschaft. Mit vielen Kindern ist das aber schwierig. Jetzt habe ich die Möglichkeit dazu. Und dann bin ich auf eine Homepage gestoßen, über die Granny-Au-pairs gesucht wurden. So hat sich das dann ergeben.

Wie war diese Erfahrung für Sie?

Sehr interessant. Ich wollte nach England, um meine Englisch-Kenntnisse zu verbessern, und kam dann lustigerweise zu einer chinesischen Familie. Das war im ersten Moment nicht einfach, denn ich war plötzlich in zwei fremden Kulturen. Am ersten Abend hatte ich richtig Heimweh. Die Familie war aber unglaublich nett, die Kinder entzückend, ich habe mich schnell wohlgefühlt und es hat sich eine tolle Beziehung entwickelt.

Zurück zum Programm: An wem probieren Sie die Pointen aus?

An verschiedenen Freunden, meinem Bruder. An Leuten, die wissen, wie ich spiele und sich mein Spiel beim Textlesen auch vorstellen können. Ich mache auch immer vor der Premiere eine kleine Vorstellung für die Familie, damit ich ein Gefühl dafür bekomme, wie das Publikum reagiert.

Wie schalten Sie nach einem Auftritt ab?

Da gibt’s kein besonderes Ritual. Ich schaue ein bisschen fern oder esse noch was. Generell gut abschalten kann ich übrigens beim Putzen.

Nach Ihren Auftritten sammeln Sie traditionell Spenden. Für welches Projekt diesmal?

Das entscheidet sich immer sehr kurzfristig. Aber bei dieser Gelegenheit möchte ich mich ganz herzlich bei meinem Publikum bedanken, das immer so großzügig für die gute Sache spendet.

Maria Neuschmid „Himmelfahrt“. Premiere (ausverkauft) am 16.10. Weitere Termine ab 24.10., Tickets auf: www.neuschmid.com, www.musikladen.at