Ankathie Koi lässt die Achtzigerjahre wieder aufleben

Wohin / 22.11.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Freitagabend präsentiert Ankathie Koi ein spektakuläres Konzert in Dornbirn. W. BOHUSCH

Ausgestattet mit einer kräftigen Portion 80er-Extravaganz zieht Ankathie Koi ihr Publikum in ihren Bann.

Mit Vokuhila, Elektro-Pop und 80er-Jahre-Reminiszenzen gehört die aus Bayern stammende Wienerin Ankathie Koi seit Jahren zu den spannendsten Künstlerinnen der österreichischen Szene. Am Freitagabend präsentiert sie ihre Glam-Pop-Show im Spielboden Dornbirn. Die außergewöhnliche Sängerin im VN-Interview.

Deine Musik ist ja ziemlich 80er-lastig. Dein Hairstyle und die Kostüme mit Schulterpolstern passen genau dazu. Du bist also Fan der 80er?

Oh ja, ein sehr großer sogar Fan sogar!

Was hatten die 80er Besonderes für dich?

Ich mag den Style der 80iger einfach sehr gern, sowohl was Musik, Kleidung und Attitüde betrifft. Die 80er-Jahre hatten etwas Hedonistisches, Schrilles und Buntes an sich und es wurde viel experimentiert…es gab plötzlich ganz neue Synthesizer, ganz neue Sounds waren möglich, und es gab definitiv die verrücktesten Frisuren ever. Und die Frauen trugen breite Powersuits mit enormen Schulterpolstern, man kleidete sich „maskuliner“ und man konnte anfangen, endlich ein wenig mehr aus einem bestimmten Korsett auszubrechen.

Welche Themen sind dir in deinen Songs wichtig?

Sex, Freude, Komplikationen, Frauen, Reize, Hingebung, Stärke, Rache, Gelüste, Wille, Lebensmenschen, Drama, Mord, Geschichte, Ehrlichkeiten, Lügen, Loyalität, Geilheit, Sex.

Würdest du dich als Feministin bezeichnen?

Ja. Feminismus bedeutet Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Wie könnte ich mich NICHT als Feministin bezeichnen?

Wann hast du festgestellt, dass du Musikerin werden möchtest? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Hm, nicht so direkt, es ist irgendwie passiert. Plötzlich hatte ich so viele Auftritte und ich hatte immer mehr Lust, all meine Zeit mit Songwriting zu verbringen, gepaart mit einer Bühnensucht!! Da war klar, well, I guess that’s it!

Du hast ein Gesangspädagogikstudium absolviert – unterrichtest du auch?

Ja. Ich unterrichte an der Universität für Musik und darstellende Künste in Wien, kurz: MDW. Ich bin Dozentin für Populargesang.

Die weibliche Musikszene in Österreich hat einige starke Vertreterinnen. Hast du das Gefühl, dass sich das befruchtend auf deine Kunst auswirkt oder spürt man eher Konkurrenzdruck?

Ich habe nicht das Gefühl, dass es da viel Konkurrenzdruck gibt. Es ist fast eher das Gegenteil der Fall. Wir helfen uns untereinander! Was bringt denn da ein Konkurrenzdenken? Wir sind so wunderbar unterschiedlich und alle einzigartig – und es gibt genug Platz für jeden.

Mit „Prominent Libido“ hast du jetzt dein zweites Soloalbum am Start.

Prominent Libido ist mein Manifest für ein befreiters Leben, eine Ode an die weibliche Sexualität. Ein großer musikalischer Schritt Richtung erdigerem Bandsound, schnell, lustvoll, weiblich, hart und trotzdem intim. 

Ankathie Koi: 22. November, Spielboden Dornbirn, 21 Uhr. Karten: www.spielboden.at