„Weiß nicht, wohin mein Weg mich führt“

Wohin / 19.12.2019 • 10:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Scheibsta und die Buben“ geben in Dornbirn eines ihrer letzten gemeinsamen Konzerte. v. weinhäupl
„Scheibsta und die Buben“ geben in Dornbirn eines ihrer letzten gemeinsamen Konzerte. v. weinhäupl

Philipp Scheibsta im VN-Talk über sein Bandprojekt und seine Zukunftspläne.

schwarzach Die Salzburger Hip-Hop-Band „Scheibsta und die Buben“ kommt demnächst an den Spielboden Dornbirn. Bandleader Scheibsta im VN-Interview. 

 

Zuallererst – ich habe gerade gelesen, dass ihr auseinandergehen wollt?

scheibsta Ja, ich werde Mitte Jänner einen Schlussstrich unter das Projekt ziehen…

 

Warum?

scheibsta Weil auch eine Band eine Beziehung ist, die sich verändert. Nur dass es in diesem Fall nicht zwei Personen sind, die die Beziehung führen, sondern sechs. Und auch eine Bandbeziehung muss man pflegen, aber man kann sich auch auseinanderleben und unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft entwickeln. Und an diesem Punkt sind wir jetzt. 

 

Ist die Entscheidung endgültig?

scheibsta Ja, es ist endgültig. In dieser Konstellation werden wir nicht mehr gemeinsam auftreten. Aber ich werde auf jeden Fall weiterhin Musik machen. Nur möchte ich nicht mehr mit DJ performen, sondern ich möchte Live-Musik auf der Bühne. Ich weiß zwar noch nicht, wann das sein wird, und in welche künstlerische Richtung das gehen wird, aber ich werde auf alle Fälle wieder versuchen mit Leuten zusammenzuarbeiten, bei denen ich weiß, dass das gemeinsame künstlerische Fundament gegeben ist.

 

Bis Ende Jänner dürfen sich eure Fans aber noch auf Konzerte freuen. Unter anderem kommt ihr auch zu uns an den Spielboden und präsentiert euer viertes Album „Nächstes Kapitel“, das ihr vor einigen Monaten herausgebracht habt. 

scheibsta Für mich ist das Album das Beste, das wir bisher gemacht haben. Ich musste bei den Texten öfters auch über meinen Schatten springen, musste aus gewohnten Mustern ausbrechen, mich mit Themen auseinandersetzen, die ich zuvor eher gemieden habe. Auch Musikrichtungen ausprobieren, an die ich mich bisher eher nicht so ran getraut hatte. Von daher ist das Album eine große Weiterentwicklung und ein Neuausprobieren.

 

Ihr habt dafür mit namhaften Produzenten zusammengearbeitet. 

scheibsta Das ist auch eine der aufregendsten Komponenten des Albums, dass wir mit Oliver Zürch zusammenarbeiten durften, einem der namhaftesten Produzenten im deutschsprachigen Raum. Es war unheimlich interessant zu sehen, wie er an die Tracks herangeht. Ich war auch bei ihm für die Stimmaufnahmen und es war ein sehr schönes, cooles Erlebnis. 

 

Demnächst kommt ihr in den Spielboden. Ihr seid ja schon öfters in Vorarlberg aufgetreten. Was verbindet ihr mit unserem Ländle?

scheibsta Ganz gute Freunde, die eigentlich schon Familienstatus haben, leben da. Ich mag auch den Vorarlberger Dialekt unheimlich gern. Letztes Jahr waren wir beim Poolbar-Festival in Feldkirch und das war eines unserer coolsten Konzerte des Jahres. Einfach weil die Leute bei euch so weltoffen und interessiert sind. Ich fühle mich in Vorarlberg sehr wohl.

 

Wie sehen deine Pläne nach Scheibsta und die Buben aus?

scheibsta Es gibt ein paar Richtungen, die mich interessieren. Ich werde weiterhin Texte schreiben und das Freestylen betreiben. Auch möchte ich mir in Ruhe überlegen, wie man die Improvisationssachen spannender gestalten kann. Mal schauen, es kann in viele Richtungen gehen. Ich weiß noch nicht, wohin mein Weg mich führt, aber ich weiß, dass es irgendwohin gehen wird. VN-ean

Zur Person

Philipp Scheibsta Scheiblbrandner

Geboren 15.9.1986

Wohnort Salzburg

Hobbys Sex, Musik und Schlafen

Scheibsta und die Buben: 21. Dezember, Spielboden Dornbirn. Tickets: www.spielboden.at