„Jugend: Dornbirn ist Vorreiter!“

Zett_Be / 18.10.2013 • 12:39 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann beantwortete Fragen von Mehmet Bicer, Corina Kessler, Fati Sahin und Stefan Remm (v.l.). Unterstützt wurden sie von Jugendkoordinator Elmar Luger.
Die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann beantwortete Fragen von Mehmet Bicer, Corina Kessler, Fati Sahin und Stefan Remm (v.l.). Unterstützt wurden sie von Jugendkoordinator Elmar Luger.

Bürgermeisterin Kaufmann sieht in den Dornbirner Jugendwerkstätten ein sehr positives Beispiel.

Dornbirn. Jugendpolitik ist der Dornbirner Bürgermeisterin, Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann, ein großes Anliegen. Aus diesem Grund stellte sie sich den Fragen von Jugendlichen in den Dornbirner Jugendwerkstätten (DJW).

Frau Bürgermeisterin Kaufmann, wie wird man eigentlich Bürgermeisterin? Braucht man dafür eine spezielle Ausbildung?

Andrea Kaufmann: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister werden in Vorarlberg direkt gewählt. Man kann sich als Kandidat aufstellen lassen. Die Entscheidung treffen die Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinderatswahl. In meinem Fall war meine Erstwahl etwas anders, weil ich das Bürgermeisteramt in der laufenden Periode des Vorgängers übernommen habe. Daher wurde ich von der Stadtvertretung bis zu den nächsten Wahlen im Jahr 2015 gewählt. Für den Beruf selbst gibt es keine Vorgaben. Man sollte aber eine gewisse Erfahrung und ein gewisses Hintergrundwissen mitbringen, um einen Betrieb wie die Stadt Dornbirn mit doch immerhin 1500 Mitarbeitern zu leiten.

Trotz Ihrem positiven Beispiel werden Mädchen und Frauen im Berufsleben nach wie vor diskriminiert. Was tun Sie, um die Gleichberechtigung zu fördern?

Kaufmann: Zumindest im öffentlichen Dienst gibt es ein genaues Gehaltsschema. Bei gleicher Tätigkeit verdient jeder gleich viel. Private Firmen sind selbst verantwortlich für ihre Gehälter. Dort gibt es sicher noch Nachholbedarf, aber generell glaube ich, dass das Bewusstsein in den letzten Jahren – auch bei den Unternehmen – gestiegen ist. Tatsache ist aber auch, dass Mädchen oder Frauen immer noch tendenziell Berufe wählen, z. B. Friseurin oder Verkäuferin, die im Schnitt schlechter bezahlt sind als jene, die Männer wählen, wie etwa in der Metall- oder Holzverarbeitung.

Sie haben Ihr Amt erst angetreten. Was wollen Sie in der Jugendpolitik in Dornbirn verändern oder ist es gut, wie es ist?

Kaufmann: Dornbirn hat in der Jugendpolitik sicher eine Vorreiterrolle. Dies ist auch der Verdienst von sehr guten Leuten am richtigen Platz, die ausgezeichnete Arbeit geleistet haben und leisten. Die Dornbirner Jugendwerkstätten sind ein sehr positives Beispiel dafür, wobei es kaum etwas Vergleichbares in einer anderen Gemeinde gibt. Die Offene Jugendarbeit, die Integration von Migrantinnen und Migranten ist sehr gut gelungen. Dazu kommen das Jugendinformationszentrum und eine gute Infrastruktur für Sport und Freizeit. Das Angebot ist so groß wie nie zuvor, wird von uns aber stetig weiterentwickelt. Dazu brauchen wir weiterhin viel Gespür für die sich verändernden Bedürfnisse der jungen Menschen.

Was sagen Sie etwa dazu, dass sich die Situation am Dornbirner Bahnhof trotz der stärkeren Kontrollen kaum verbessert hat? Sehen Sie Lösungen für dieses Dauerproblem?

Kaufmann: Dass sich die Situation nicht verbessert hat, ist eine subjektive Einschätzung. Wir haben zahlreiche Rückmeldungen von Leuten erhalten, die eine starke Verbesserung wahrgenommen haben. Dennoch glaube ich, dass die Lösung nicht nur in verstärkten Kontrollen liegen kann. Am Bahnhof bemühen sich Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Offenen Jugendarbeit (OJAD) in Kontakt mit den Jugendlichen zu kommen und sie zu motivieren, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen. Die Kontrollen durch uniformierte oder zivile Polizisten sind zusätzlich notwendig, da der Bahnhof ein Treffpunkt und ein Umsteigeplatz im öffentlichen Verkehrsmittelnetz der größten Vorarlberger Stadt ist. Das subjektive Sicherheitsgefühl muss für die Bevölkerung vorhanden sein und jeder sollte sich dort sicher bewegen können.

In einer Stadt sollten Jung bis Alt gut zusammenleben. Was ist generell Ihre Vision für das Zusammenleben verschiedener Generationen in Dornbirn?

Kaufmann: Das ist eines unserer ganz großen Zukunftsthemen. Dabei ist es mir ein Anliegen, dass alle Generationen gerne zusammenleben. Leider gibt es immer wieder Konfliktsituationen, vor allem in Wohnanlagen. Kinder brauchen Freiräume und Platz zum Spielen, ein gewisser Geräuschpegel gehört dazu. Hier bemühen wir uns zwischen den Generationen zu vermitteln und aufzuzeigen, dass ein gutes Zusammenleben für alle Vorteile bringt.

Von den Erfahrungen der älteren Bevölkerung können die Jugendlichen lernen. Jugendliche auf der anderen Seite können älteren Menschen behilflich sein, den Alltag zu bewältigen. Die Bereitschaft, rücksichtsvoll miteinander umzugehen, ist eine große Chance für eine Stadt und wichtig für die Zukunft.

Frau Bürgermeisterin Kaufmann, herzlichen Dank für das Gespräch.

Fati Sahin24 Jahre, HohenemsIch wünsche mir einen guten Job, damit ich anderen Menschen helfen und zum Beispiel eine gute Mutter sein kann. Am liebsten würde ich in der Alten- und Behindertenpflege arbeiten und zum Beispiel ein afrikanisches Kind adoptieren. Für mich selbst wünsche ich mir nicht so viel, außer, dass ich das Wichtigste zum Leben habe und gesund bleiben kann.
Fati Sahin
24 Jahre, Hohenems
Ich wünsche mir einen guten Job, damit ich anderen Menschen helfen und zum Beispiel eine gute Mutter sein kann. Am liebsten würde ich in der Alten- und Behindertenpflege arbeiten und zum Beispiel ein afrikanisches Kind adoptieren. Für mich selbst wünsche ich mir nicht so viel, außer, dass ich das Wichtigste zum Leben habe und gesund bleiben kann.
Patrizia Klocker22 Jahre, DornbirnMein größter Wunsch ist, dass es mit der Ausbildung zur Kindergartenassistentin klappt, da ich mit Kindern sehr gut umgehen kann. Zudem hoffe ich, dass es den ärmeren Ländern bald wieder besser geht. Persönlich wünsche ich mir eine glückliche Familie und einen so guten Verdienst, dass ich mir etwas leisten und meine Familie unterstützen kann.
Patrizia Klocker
22 Jahre, Dornbirn
Mein größter Wunsch ist, dass es mit der Ausbildung zur Kindergartenassistentin klappt, da ich mit Kindern sehr gut umgehen kann. Zudem hoffe ich, dass es den ärmeren Ländern bald wieder besser geht. Persönlich wünsche ich mir eine glückliche Familie und einen so guten Verdienst, dass ich mir etwas leisten und meine Familie unterstützen kann.
Marko Baljak20 Jahre, LustenauIch wünsche mir einen Lehrabschluss als Verpackungstechniker, weil ich bereits in diesem Bereich Praxis sammeln konnte, was mir gefallen hat und zukunftsträchtig erscheint. Als Folge daraus wäre es wunderbar, wenn ich eines Tages ein eigenes Haus hätte. Was aber vor allem wichtig ist, ist der Wunsch, dass meine Familie gesund bleibt.
Marko Baljak
20 Jahre, Lustenau
Ich wünsche mir einen Lehrabschluss als Verpackungstechniker, weil ich bereits in diesem Bereich Praxis sammeln konnte, was mir gefallen hat und zukunftsträchtig erscheint. Als Folge daraus wäre es wunderbar, wenn ich eines Tages ein eigenes Haus hätte. Was aber vor allem wichtig ist, ist der Wunsch, dass meine Familie gesund bleibt.
Eileen Pregler19 Jahre , LustenauIch wünsche mir, dass ich einen guten Lehrabschluss, zum Beispiel als Kfz-Mechanikerin, habe und dann im Anschluss auch Erfahrungen im Ausland sammeln kann, denn ich möchte vor allem andere Sprachen und Kulturen kennenlernen. Zudem wäre es super, wenn ich mir irgendwann mal einen Ford Mustang und eine eigene Wohnung leisten kann.
Eileen Pregler
19 Jahre , Lustenau
Ich wünsche mir, dass ich einen guten Lehrabschluss, zum Beispiel als Kfz-Mechanikerin, habe und dann im Anschluss auch Erfahrungen im Ausland sammeln kann, denn ich möchte vor allem andere Sprachen und Kulturen kennenlernen. Zudem wäre es super, wenn ich mir irgendwann mal einen Ford Mustang und eine eigene Wohnung leisten kann.

Jugendwerkstätten

Dornbirner Jugendwerkstätten – Österreichweite Auszeichnung als

Ökoprofitbetrieb und „Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung“

6850 Dornbirn, Bildgasse 18, Tel. 05572 51351; Fax 05572 51351 4

E-Mail: office.djw@aon.at, http://dornbirn.at/djw

Geschäftsführung: Elmar Luger MSc

Fördergeber und Partner: AMS Vorarlberg, AMS Dornbirn, Land Vorarlberg, Stadt Dornbirn, Wirtschaftsbetriebe, öffentliche Institutionen, private Haushalte

Redaktionsteam: Corinna Kessler, Fati Sahin, Marko Baljak, Stefan Remm, Patrizia Klocker, Eileen Pregler, Mehmet Bicer, Christine Reumiller

Einen herzlichen Dank für die redaktionelle Begleitung in einem Text-Workshop durch MMag. Peter Vogler, image3 Kommunikationsagentur GmbH Dornbirn(www.image3.at)“

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