HTL Bregenz, nachhaltig und umweltbewusst

Zett_Be / 30.10.2015 • 17:19 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Zentral und für alle einsehbar: Das „Müllbild“ ziert die helle, große Wand gleich rechts vom Haupteingang der Schule. FotoS: HTL BRegenz
Zentral und für alle einsehbar: Das „Müllbild“ ziert die helle, große Wand gleich rechts vom Haupteingang der Schule. FotoS: HTL BRegenz

„Dont throw anything away, there is no away“ – ein Zitat wird zum Projekt

Bregenz. Am Anfang stand die Idee. Im Rahmen des Laborunterrichts „Wirtschaft und Recht“, in der Auseinandersetzung mit Kalkulation, Rechnungswesen und Wirtschaften eines Unternehmens, kam in der 4. Klasse Höhere Kunststofftechnik die Frage nach dem eigenen Konsumverhalten und der Verantwortung gegenüber der Umwelt auf. Welche Gedanken macht sich ein/e HTL-SchülerIn bezüglich der Umwelt und der Zukunft unseres Planeten? Angeregt durch den Film „The story of stuff“ und folgende Diskussionen reifte immer mehr die Idee eines fächerübergreifenden, größeren Projektes. Direktorin Claudia Vögel bemerkte schnell, welches Potenzial in der Klasse liegt und die Idee des „Müllbildes“ war geboren.

Die Idee, etwas zu schaffen, was als Startschuss zu verstehen ist, um das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Umwelt zu stärken, war der Grundgedanke für das Projekt. „Denn ist es nicht so, dass alles, was man wegwirft oder der Umwelt Schaden zufügt, über kurz oder lang wieder zu einem zurückkehrt“, so Dominic Humpeler. Die Idee war geboren und ein Zitat als Voraussetzung und Start des Projekts ausgesprochen: „Dont throw anything away, there is no away.“

Lösungen entwickeln

Zur Koordination aller Arbeitsschritte wurde der Projektleiter Leonhard Doppelbauer bestimmt und als Zuständige für alle Tätigkeiten in der Werkstatt und Montage stellten sich Miles Kohl und Dominic Humpeler zur Verfügung. Dann wurde erst einmal am Computer getüftelt und das Design der Buchstaben entwickelt, die Größe angepasst, die Buchstaben mit Hilfe eines Spezialdruckers auf A0 ausgedruckt und mit dem Beamer an die Wand projiziert. Die Buchstaben dienten als Schablone für die große Spanplatte. In diesem Arbeitsprozess wurde im Team viel diskutiert, ausprobiert, verglichen und angepasst, um das bestmöglichste Ergebnis zu erzielen.

Als Ort wurde die helle große Wand gleich rechts vom Haupteingang der Schule gewählt, eben der zentralste Ort der Schule und für alle einsehbar.

Mit Schweiß und (Herz-)Blut

Mit großzügiger und kooperativer Hilfe des Bauhofes Bregenz startete die konkrete Umsetzung. Hier konnte sich das Team der jetzigen 5hk Kunststofftechnik austoben und einmal den Besuch des Bauhofs andersherum bestreiten: mit leerem Auto hin und vollgeladen mit Elektroschrott, Kunststoffmüll, Metall . . . zurück an die Schule.Hier begann die Bearbeitung der Teile, von der Reinigung bis hin zum Flexen auf die genaue Größe.

Jeder bekam einzelne Buchstaben zugeteilt, die er sozusagen mit „Müll“ gestaltete. Die gegenseitige Hilfe und Zusammenarbeit war selbstverständlich. Um ein qualitativ hochwertiges und sauberes Ergebnis zu erzielen, musste an der einen oder anderen Stelle noch gefeilt und sogar Blut- und Schweißreste entfernt werden.

Die Anordnung der Zeilen wurde nach den Fachrichtungen sortiert. Die 1. Zeile mit Elektroschrott repräsentiert die Fachrichtung Elektrotechnik (E), die 2. Zeile mit Überresten von Kunststoffmaterialien die Fachrichtung Kunststofftechnik (K) und die 3. Zeile mit diversen Metallteilen die Fachrichtung Maschinenbau/Automatisierungstechnik (M). So wurden die nächsten drei Zeilen fortgeführt und die letzte zeigt die Gemeinschaft aller drei Fachrichtungen EKM unter dem Dach der HTL Bregenz. Die Montage erfolgte durch Anleitung des Teams mit SchülerInnen der 3. Klasse Fachschule für Maschinenbau und mit tatkräftiger Unterstützung des Werkstättenlehrers Karl Kostal. Für die Macher des Projektes ist eines klar: „Man sollte sich den Spruch zu Herzen nehmen und nicht überlesen, dass es nur Müll ist, sondern über die Bedeutung nachdenken.“ Wie jedes Kunstobjekt kann auch dieses von jedem Einzelnen neu interpretiert werden. So ist es zum Beispiel auch auf den einzelnen Menschen und SchülerIn übertragbar: Niemand darf „weggeworfen“ werden, sondern ist in seiner Einzigartigkeit und als Teil der Schulgemeinschaft wichtig.

In diesem Sinne sprudeln die Ideen in den Köpfen des Projektteams weiter, doch nun bereiten sich die 5.-Klässler erst mal auf ihre Matura vor und dafür wünschen wir ihnen viel Erfolg.

Tag der offenen Tür

» Am kommenden Samstag, 7. November 2015, findet in der HTL Bregenz von 9 bis 15 Uhr der Tag der offenen Tür statt. Speziell geschulte SchülerInnen-Guides führen die BesucherInnen professionell durch die Werkstätten und Funktionsräume, wo sie einen ersten Einblick in die umfassende fachpraktische Ausbildung bekommen. Für das leibliche Wohl sorgt das Festsaal-Cafe im ersten Stock.

Das Projekt war nur möglich durch die engagierte Idee und Anregung von Direktorin MMag. Claudia Vögel, durch die großzügige Unterstützung des Bauhofes Bregenz und die Hilfe von Werkstättenlehrer Karl Kostal.