Madeira ruft: „Winds of change – A European Energetic (R)Evolution“

Zett_Be / 17.03.2017 • 15:35 Uhr / 10 Minuten Lesezeit
An der stürmischen Nordküste.
An der stürmischen Nordküste.

Im Rahmen des EU-Projekts Erasmus+ hatten elf Schüler und Schülerinnen des BG Rebberggasse die Möglichkeit, eine Woche in Madeira zu verbringen.

Funchal. Samstags ging es für uns, eine Gruppe von elf Schülern und Schülerinnen und drei Lehrern, zum Flughafen Zürich. Nachmittags erreichten wir nach einem vierstündigen Flug die Hauptstadt Funchal im Süden Madeiras. Anschließend fuhren wir mit einem Bus in den nördlichen Teil der Insel, wo wir bei Gastfamilien untergebracht waren. In der Schule von Saõ Jorge wurden wir bereits erwartet und beim Eintreffen mit Gesang und einer kurzen Rede willkommen geheißen. Nach einer kleinen Jause ist jeder bei seiner Gastfamilie untergebracht worden. Weil wir den Auftrag erhalten hatten, kleine, für Vorarlberg typische, Gastgeschenke mitzunehmen, fand nun die Übergabe statt. Lustenauer Senf, Schnaps und Käse waren dabei. An dieser Stelle wollen wir uns noch recht herzlich bei „Vorarlberg Milch“ bedanken, die uns Proben des Käsekaisers 2017 mit auf die Reise gaben.

Weil Madeira besonders bekannt für seinen „Carnaval“ ist, starteten auch wir unseren Aufenthalt mit einer Party in der Umgebung und mit Vorfreude erwarteten wir den zweiten Tag. Wir bekamen beim gemeinsamen Mittagessen typische Speisen offeriert, wie beispielsweise traditionelle Fleischspieße – Espetadas genannt. Dabei haben wir bemerkt, dass unsere Gastgeber ausgesprochen gut kochen und sehr viel essen können. Den Tag ließen wir mit Musik und Tanz ausklingen.

Auch Präsentationen standen auf dem Wochenplan, schließlich nehmen wir Schüler nicht nur teil, um Spaß zu haben. Viel eher sehen wir die Teilnahme als einmalige Chance, an einem EU-Projekt mitzuwirken, dadurch neue Erfahrungen zu sammeln und natürlich neue Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. So präsentierten uns die Portugiesen ihre alternativen Möglichkeiten zur Energiegewinnung und auch wir boten ihnen einen Einblick in die erneuerbaren Energien Vorarlbergs.

Von unseren Gastgebern erhielten wir des Weiteren weiße T-Shirts mit dem offiziellen Projektlogo und einige Prospekte, welche über die Entstehung der Insel berichten. Wenn man schon von der Entstehung und Geschichte Madeiras spricht: Am darauffolgenden Tag stand ein Ausflug in den Themenpark in Santana auf dem Plan. Dort angekommen konnten wir mittels Zugfahrt durch den Park mehr über unseren aktuellen Aufenthaltsort erfahren. Nach dem Mittagessen erfuhren wir, dass wir diesen Nachmittag etwas ganz Besonderes erleben würden . . .

Highlight in Funchal

Wie bereits erwähnt, ist der „Carnaval“ in Madeira eine große Attraktion. Im touristischen Zentrum Funchal findet jedes Jahr ein Umzug statt, an dem wir teilnehmen durften. Mit dem Bus fuhren wir in die Hauptstadt. Dort hatten wir zuerst noch die Möglichkeit, das Cristiano Ronaldo-Museum zu besichtigen, wovon wir aber eher enttäuscht waren. Um 16 Uhr sollte der Karnevals­umzug beginnen, unsere Kostüme hatten wir bereits mitgebracht. Dank des warmen Wetters war es möglich, dass wir uns auf einer Parkwiese umziehen konnten. Jeder suchte sich seine individuelle Verkleidung aus und anschließend bewegten wir uns in Richtung Startposition. Als achte Gruppe waren wir ziemlich früh an der Reihe. Uns wurde gesagt, dass die Strecke ziemlich lang sei, doch am Ende hätten wir nicht gedacht, dass wir wirklich ganze zwei Stunden unterwegs sein würden. Müde und geschafft freuten wir uns auf die Heimfahrt, können wir uns doch nun als offizielle Teilnehmer des Karnevals in Madeira 2017 bezeichnen.

Den nächsten Tag starteten wir mit dem Besuch einer Getreidemühle sowie der Besichtigung eines durch Wasser betriebenen Sägewerks. Das Restaurant, in dem wir zu Mittag aßen, bot uns einen atemberaubenden Ausblick über die Landschaft und das Meer. Nach dem Mittagessen – heute stand Schwertfisch auf dem Speiseplan – führte man uns zu den Vulkanhöhlen in São Vicente. Nachher machten wir uns auf den Weg nach Porto Moniz Village, wo sich fast die ganze Gruppe zu einem Bad in einem der Salzwasserbecken überwand.Am darauffolgenden Morgen durften wir am Unterricht in der Schule teilnehmen. Wir wurden in zwei verschiedene Klassen aufgeteilt und erlebten dort den Französisch-, Portugiesisch- und Physikunterricht mit, was wir alle als sehr interessant empfunden haben. Nach diesen drei Stunden machten wir uns auf den Weg zur Besichtigung der Kirche Greja Matriz, die sich in der Nähe der Schule befand. Auch hier wurde für uns eine englische Führung organisiert, während wir uns das prunkvolle Gebäude ansahen. Nach dem leckeren Mittagessen in der Schule machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Bürgermeister von Santana, der uns recht herzlich willkommen hieß. Dieser vermittelte uns, was bei der Teilnahme an solch einem Projekt besonders von Bedeutung ist: Freundschaft und die Überwindung von Barrieren. Sowohl der Direktor der Schule in Saõ Jorge, Dinis Mendonca, als auch Herr Professor Schuler hielten zum Schluss noch eine Rede. Alle Schüler waren sehr beeindruckt davon und bekamen anschließend ein Geschenk des Bürgermeisters, bevor wir die für uns vorbereitete Jause genossen. Später fuhren wir auf den dritthöchsten Berg der Insel, den Pico de Areeiro. Mit einer Höhe von 1818 Metern ist er nur etwa halb so hoch wie der Piz Buin, trotzdem war die Aussicht toll. Den Abschluss bildete ein toller Spaziergang durch die spezielle Vegetation des Laurissilva.

Der letzte Tag ging wieder mit einem Unterrichtsbesuch los, doch heute stand Mathematik auf dem Stundenplan. Nach dieser Doppelstunde wurden uns allen die Regeln für einen sogenannten „Orientierungslauf“ erklärt. Jeder Schüler/jede Schülerin mit Partner/Partnerin aus Madeira bildeten ein Team. Jedes Paar bekam eine Karte des Schulgeländes, auf der Checkpoints eingezeichnet waren, die wir suchen mussten. Nach dieser Sporteinheit waren alle ein wenig erschöpft und freuten sich deshalb umso mehr auf das Mittagessen, welches wir in der Schulkantine bekamen. So gestärkt warteten wir auf das Abschlussprogramm, bei dem die Schüler und Schülerinnen keine Mühen gescheut hatten und uns mit verschiedenen Gesangs– und Tanzeinlagen beeindruckten. Die ganze Schule war daran beteiligt, und mit einem Theaterstück endete die Vorstellung in der Aula.

„Farewell Dinner“

Als Abschluss unseres Aufenthaltes auf Madeira wurde für uns ein sogenanntes ,,Farewell Dinner‘‘ organisiert: Alle Mitglieder des Projektes, die Lehrer sowie einige Gastfamilien kamen und wir konnten verschiedenste Spezialitäten der Blumeninsel noch ein letztes Mal kosten. Nach dem köstlichen Essen bekam dann als Dankeschön jeder noch ein Geschenk. Unser Leiter, Prof. Schuler, bedankte sich im Namen aller bei unseren tollen Gastgebern. Anschließend begann dann ein Musiker portugiesische Lieder zu singen, zu denen alle begeistert tanzten.

Am 4. März verbrachten wir alle unseren letzten Vormittag in São Jorge. Um 13 Uhr verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien und neuen Freunden aus Madeira, mit denen wir eine unvergessliche Woche erleben durften. Kurz nach Mitternacht kamen wir dann, erschöpft von der Reise, beim BG Feldkirch an.

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Gastfamilien, den Lehrern der Schule in Madeira und unseren Begleitpersonen, Prof. Hubert Egger, Prof. Hans-Peter Schuler sowie dessen Gattin Beate. Wir freuen uns bereits auf den Besuch unserer Freunde aus Madeira im April.

Von Linda Fritsch und Valentina Morscher

Vor dem CR7-Museum.
Vor dem CR7-Museum.
Die Teilnehmer des Projekts mit ihren Lehrern. Fotos: BG Feldkirch Rebberggasse
Die Teilnehmer des Projekts mit ihren Lehrern. Fotos: BG Feldkirch Rebberggasse

Unser Programm

» Samstag, 25. Februar 2017:

8.30 Uhr Treffpunkt, Fahrt zum Flughafen; Flug nach Funchal; Busfahrt nach São Jorge; Empfang in der Schule; kleiner traditioneller Snack; Fahrt zu den Familien; Abendessen; Carnaval Party um 21 Uhr

» Sonntag, 26. Februar 2017:

Programm mit den Familien; traditionelles Mittagsessen in der Schule; Musik; Tanzen; Sport in der Turnhalle

» Montag, 27. Februar 2017: Schulbesuch mit Präsentationen; T-Shirts erhalten; Mittagessen im Restaurant (Pecado); Canical Windpark; Besuch Jesusstatue; Baden im Meer

» Dienstag, 28. Februar 2017: Themenpark; Mittagessen im Park; CR7-Museum; Teilnahme Karneval

» Mittwoch, 1. März 2017:
Getreidemühle; Wasserrad; Pfad mit Aussichtspunkt; Mittagessen (Schwertfisch mit Reis und Kartoffeln); Höhle in São Vicente; Porto Moniz Village mit anschließendem Bad

» Donnerstag, 2. März 2017: Unterricht mit den Schülern (Französisch, Portugiesisch, Physik); Führung in der Kirche; Mittagessen in der Schule;Besuch beim Bürgermeister in Santana; Besuch Pico de Areeiro

» Freitag, 3. März 2017:
zwei Stunden Unterricht (Mathematik); Orientierungslauf; Theater; Feedback; Farewell Dinner mit nationalen Gerichten, Musik und Tanz

» Samstag, 4. März 2017:
Abreise nachmittags, Ankunft in Zürich mit anschließendem Transfer zurück nach Feldkirch

Teilnehmer: Katharina Cepicka, Jonas Fend, Linda Fritsch, Viktor Grotti, Alexander Klapper, Ida Märk, Stephanie Mock, Valentina Morscher, Christoph Payer, Noah Steinlechner, Maximilian Werner