Der Boys‘ Day 2019

Zett_Be / 18.10.2019 • 16:13 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Die junge Männer lernen auch den Beruf des Kindergartenpädagogen kennen.

Die junge Männer lernen auch den Beruf des Kindergartenpädagogen kennen.

Beim österreichweiten Aktionstag lernen junge Männer Sozialberufe kennen.

Dornbirn Männer im Sozialberuf? Das ist auch 2019 noch nicht selbstverständlich: Nur einer von vier Beschäftigten im Berufsbereich Soziales und Gesundheit ist männlich – das soll sich ändern. Am 14. November findet deshalb der 12. Boys’ Day statt – ein österreichweiter Aktionstag, an dem bis zu 400 soziale Einrichtungen interessierte junge Männer willkommen heißen, um sie für Care-Berufe zu begeistern. Institutionen aus ganz Österreich sind als Kooperationspartner zum aktiven Mitmachen eingeladen.

Tagesväter sind hierzulande selten – eine männliche Hebamme fast schon eine Sensation. Die Männerquoten bei Lehrkräften in Volksschulen oder Pflegekräften im Gesundheitsbereich sind niedrig. Laut aktuellen Forschungsergebnissen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) werden in Österreich bis zum Jahr 2030 rund 24.000 Pflegekräfte zusätzlich benötigt. Um auch junge Männer für diese Berufssparten zu begeistern und das männliche Rollenbild weiterzuentwickeln, veranstaltet das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz den jährlichen Boys’ Day.

Kooperationspartner gesucht

In diesem Jahr findet der österreichweite Boys‘ Day am 14. November statt. Interessierte Institutionen und Einrichtungen können sich an die regionalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in ihrem Bundesland wenden. Sie haben dabei die Chance, neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, das Berufswahlspektrum von männlichen Jugendlichen zu erweitern und langfristig neue Stellenwerber anzusprechen. Zwölf- bis 18-jährige Teilnehmer bekommen die Möglichkeit, Erziehungs- und Pflegeberufe in der Praxis kennenzulernen sowie auch mit männlichen Mitarbeitern über deren beruflichen Alltag und ihre Erfahrungen zu sprechen. Jährlich nehmen Hunderte Einrichtungen in ganz Österreich diese Möglichkeit wahr. So auch das Sozialzentrum Bürs in Vorarlberg: „Unter dem Motto ‚Von Männern – für Männer‘ möchten wir ihnen die Zukunftschancen und Karrieremöglichkeiten in der Pflege aufzeigen“, erklärt Wolfgang Purtscher, Heim- und Pflegedienstleiter des Sozialzentrums.

Mehr junge Männer

Laut Lehrlingsstatistik der WKÖ bilden die Berufe Metall-, Elektro- und KFZ-Technik die Spitze der beliebtesten Lehrausbildungen bei jungen Männern. Bei Mädchen hingegen stehen bei der Berufswahl die Berufe Einzelhandels- und Bürokauffrau oder Stylistin an erster Stelle. Auch die Berufsgruppe „Soziales und Erziehung“ ist klar in Frauenhand. Die Initiative Boys’ Day möchte das ändern und ermutigt junge Männer, sich von stereotypen Rollenbildern zu lösen, ihre tatsächlichen Interessen zu entfalten und vermittelt ihnen ein erweitertes sozial orientiertes Männerbild – dabei sind betriebliche Angebote zur gendersensiblen Berufsorientierung gefragt. Die Offensive bietet diese Möglichkeit und ist somit ein wichtiger Impulsgeber, um männlichen Jugendlichen auf dem Weg der Berufsfindung spannende und vielfältige Perspektiven in sozialen Berufen aufzuzeigen. Mit dem diesjährigen Boys’-Day-Contest 2019 unter dem Motto „Steckbrief Pfleger, warum es cool ist, Pfleger zu sein“ haben junge Männer erstmals die Möglichkeit, sich speziell mit dem Berufsbild des Pflegers zu beschäftigen – auf die Top-Platzierungen warten tolle Goodie Bags! Alle Informationen rund um den Contest sowie die Teilnahmebedingungen sind online auf boysday.at zu finden. Junge Männer, Schulklassen oder Jugendeinrichtungen aus allen Bundesländern sind zu diesem österreichweiten Schnuppertag herzlich eingeladen und können sich dafür online anmelden.

Die Berufswahl von Jugendlichen ist nach wie vor sehr traditionell geprägt. Was aber sind typisch weibliche oder typisch männliche Berufe? Und gibt es Berufe, die nur Frauen* oder nur Männer* ausüben können? Diesen und anderen Fragen zu den Themen Interessen, Berufswünsche, Zukunft und Rollenbilder gehen wir in den Workshops nach. Katharina Walser, Verein Amazone

Die Berufswahl von Jugendlichen ist nach wie vor sehr traditionell geprägt. Was aber sind typisch weibliche oder typisch männliche Berufe? Und gibt es Berufe, die nur Frauen* oder nur Männer* ausüben können? Diesen und anderen Fragen zu den Themen Interessen, Berufswünsche, Zukunft und Rollenbilder gehen wir in den Workshops nach. Katharina Walser, Verein Amazone

Ich begrüße die Initiative Boys’ Day. Sie bietet den Burschen die Möglichkeit, Einblicke in die elementarpädagogische Arbeit mit Kindern zu gewinnen. Das Ziel, etablierte Rollenbilder aufzubrechen und die Perspektive von jungen Männern bei der Berufswahl zu erweitern, ist sehr zu befürworten. In den Kinderbetreuungseinrichtungen, Spielgruppen und Kindergärten sowie als Tageseltern sind aktuell deutlich mehr Frauen als Männer tätig. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die pädagogische Förderung und Betreuung in elementarpädagogischen Einrichtungen ganz besonders gut gelingt, wenn Frauen und Männer als Vorbilder zur Verfügung stehen und gemeinsam die Verantwortung tragen. Silvia Roth, Leiterin Fachbereich Elementarpädagogik (gemeinsam mit Catherine Hollenstein) im Amt der Vorarlberger Landesregierung

Ich begrüße die Initiative Boys’ Day. Sie bietet den Burschen die Möglichkeit, Einblicke in die elementarpädagogische Arbeit mit Kindern zu gewinnen. Das Ziel, etablierte Rollenbilder aufzubrechen und die Perspektive von jungen Männern bei der Berufswahl zu erweitern, ist sehr zu befürworten. In den Kinderbetreuungseinrichtungen, Spielgruppen und Kindergärten sowie als Tageseltern sind aktuell deutlich mehr Frauen als Männer tätig. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die pädagogische Förderung und Betreuung in elementarpädagogischen Einrichtungen ganz besonders gut gelingt, wenn Frauen und Männer als Vorbilder zur Verfügung stehen und gemeinsam die Verantwortung tragen. Silvia Roth, Leiterin Fachbereich Elementarpädagogik (gemeinsam mit Catherine Hollenstein) im Amt der Vorarlberger Landesregierung

Die Welt braucht mehr Männer, die sich auch in Berufe trauen, die bisher keine „klassischen Männerberufe“ waren. Der Reiz und sogleich die Herausforderung bei sozialen Berufen liegt darin, dass dir immer wieder neue Menschen begegnen und du immer wieder mit anderen Lebensgeschichten und Schicksalen konfrontiert wirst. Einerseits ist die Arbeit im sozialen Bereich also sehr spannend, andererseits kann sie dich an deine Grenzen bringen. Sei es auf körperlicher und auch auf psychischer Ebene. Die Arbeit mit Menschen ist nie langweilig und jeder Tag ist anders, ich brauche Action und die hast du im sozialen Bereich. Ich finde auch, dass Männer als Vorbilder positive Auswirkungen vor allem für Jungen als Zielgruppe haben können. Es wird auch der Situation entgegengegangen, dass Jungen in Familie und Bildung überwiegend auf Frauen treffen. Natürlich sind Frauen nicht wegzudenken, aber ich glaube, auf die Mischung kommt es an. Für die Männer, die gerne beruflich „etwas mit Menschen“ machen wollen, die die Welt ein Stückchen besser machen wollen, aber sich auch von den Problemen anderer abgrenzen können, kann ich die Arbeit im sozialen Bereich nur empfehlen. Johannes Mock aus Schlins, Student an der SOB Bregenz

Die Welt braucht mehr Männer, die sich auch in Berufe trauen, die bisher keine „klassischen Männerberufe“ waren. Der Reiz und sogleich die Herausforderung bei sozialen Berufen liegt darin, dass dir immer wieder neue Menschen begegnen und du immer wieder mit anderen Lebensgeschichten und Schicksalen konfrontiert wirst. Einerseits ist die Arbeit im sozialen Bereich also sehr spannend, andererseits kann sie dich an deine Grenzen bringen. Sei es auf körperlicher und auch auf psychischer Ebene. Die Arbeit mit Menschen ist nie langweilig und jeder Tag ist anders, ich brauche Action und die hast du im sozialen Bereich. Ich finde auch, dass Männer als Vorbilder positive Auswirkungen vor allem für Jungen als Zielgruppe haben können. Es wird auch der Situation entgegengegangen, dass Jungen in Familie und Bildung überwiegend auf Frauen treffen. Natürlich sind Frauen nicht wegzudenken, aber ich glaube, auf die Mischung kommt es an. Für die Männer, die gerne beruflich „etwas mit Menschen“ machen wollen, die die Welt ein Stückchen besser machen wollen, aber sich auch von den Problemen anderer abgrenzen können, kann ich die Arbeit im sozialen Bereich nur empfehlen. Johannes Mock aus Schlins, Student an der SOB Bregenz

Das Sozialzentrum Bürs nützt den Boys’ Day 2019 zum vierten Mal als Plattform, um das zukunftsträchtige Berufsbild Pflege(r) mit seiner einzigartigen Vielfalt zu präsentieren. Wir wollen den jungen Burschen einen Einblick in die wunderbare Welt der Pflege geben. Ganz im Sinne von: „Ich bin Krankenpfleger! Was sind deine Superkräfte?“ DGKP Christian Koch, Stellvertretende Heim- und Pflegedienstleitung Sozialzentrum Bürs

Das Sozialzentrum Bürs nützt den Boys’ Day 2019 zum vierten Mal als Plattform, um das zukunftsträchtige Berufsbild Pflege(r) mit seiner einzigartigen Vielfalt zu präsentieren. Wir wollen den jungen Burschen einen Einblick in die wunderbare Welt der Pflege geben. Ganz im Sinne von: „Ich bin Krankenpfleger! Was sind deine Superkräfte?“ DGKP Christian Koch, Stellvertretende Heim- und Pflegedienstleitung Sozialzentrum Bürs

Die Boys’ können in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen Bregenz und Feldkirch mitanpacken.

Die Boys’ können in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen Bregenz und Feldkirch mitanpacken.