Senioren und E-Bikes: Sanfte Mobilität und ihre Gefahren

Aktuelles Testergebnis zeigt: Ältere Radfahrer haben häufiger Probleme mit E-Bikes als jüngere.
Schwarzach. (VN-gs) Wie von der Institution „Sicheres Vorarlberg“ zu erfahren war, steigen besonders Senioren gerne auf elektrobetriebene Fahrräder um. Denn sie verhelfen ihnen auf leichte Art wieder zu mehr Mobilität und Eigenständigkeit. Was jedoch oft unterschätzt wird, ist die ungewohnte Geschwindigkeit, die E-Bikes auf die Straße bringen. So sind ohne Anstrengung bis zu 25 km/h möglich. Auch die Beschleunigung ist ein Faktor. Sie kommt auf den ersten 20 bis 30 Metern jener eines Pkw gleich.
In der Schweiz wurden Unfälle mit E-Bikes gesondert in einer Unfallstatistik erfasst. Demnach ist die durchschnittliche Unfallschwere bei E-Bike-Unfällen (34 Prozent Schwerverletzte) höher als bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern (25 Prozent).
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ging dem Phänomen mit einer eigenen Untersuchung auf den Grund.
Konflikt mit Fußgängern
Vorarlbergs KfV-Chef Martin Pfanner zur Studie: „Wir haben Personen verschiedenen Alters mit E-Bikes ausgestattet. Die elektronischen Testfahrräder waren mit einer Kamera bestückt. Das Ergebnis war, dass ältere Teilnehmer häufiger Probleme mit dem E-Bike hatten als jüngere.“
Ältere Test-Teilnehmer hätten Konflikte im Verkehr häufiger selbst verschuldet. Die Probanden seien am meisten in Konflikte mit Pkw oder Fußgängern verwickelt gewesen. Besonders interessant: „Bei den älteren Teilnehmern zeigte sich eine Tendenz zu vermehrten Konflikten mit Fußgängerbeteiligung“, so Pfanner zu den VN.
Für angehende E-Bike-Fahrer sei es wichtig zu wissen, dass insbesondere der Bremsweg und das Kurvenverhalten sehr unterschiedlich zum herkömmlichen Rad sind. In dieselbe Kerbe schlägt auch Judith Hagen von „Sicheres Vorarlberg“: „Autofahrer können nicht immer auf Anhieb erkennen, ob die Radfahrer auf der Straße elektronisch unterwegs sind und so entsprechend darauf achten.“
Gefährliches „Tuning“
So wie Pfanner schlägt auch Hagen vor: „Wir empfehlen aus Erfahrung älteren und weniger geübten Radfahrern einen E-Bike-Trainingskurs zu belegen. Nach der Anschaffung sollte jeder E-Biker auf jeden Fall zuerst Übungsfahrten auf einem Parkplatz vornehmen.“
So eine Gelegenheit wird es etwa am kommenden Freitag ab 14 Uhr im Rahmen eines „Mobilmarktes“ auf dem Dorfplatz in Wolfurt geben, garniert mit Möglichkeiten, auch das „richtige“ Elektrofahrrad für sich selbst kennenzulernen. Für KfV-Chef Pfanner noch ganz wichtig: Selbst am E-Bike „herumzubasteln“, um etwa die Leistungsfähigkeit desselben zu erhöhen („Tuning“), ist nicht nur sehr gefährlich, sondern auch ausdrücklich verboten.
