Weg sind sie, die Wegweiser

Bezirksbehörden ließen auf der A 14 zwei Tafeln zum Frauenmuseum Hittisau abmontieren.
Dornbirn. Gerade für ein paar Wochen wiesen sie den Weg zum Frauenmuseum Hittisau und zum Angelika-Kauffmann-Museum im Bregenzerwald: Zwei Hinweistafeln, aufgestellt bei der Autobahnausfahrt Dornbirn-Nord in beiden Richtungen.
Seit zwei Tagen sind sie weg, abmontiert im Auftrag gleich zweier Bezirkshauptmannschaften, nämlich jener von Dornbirn und jener von Bregenz.
Denn je eine Tafel stand im jeweiligen Hoheitsgebiet eines der beiden Bezirke. Widerrechtlich aufgestellt, wie Angelika Schiemer von der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn den Vorarlberger Nachrichten bestätigte. Ein privater Newsletter sei es gewesen, der die Behörde ein erstes Mal über diese Tafeln informierte.
Das mag skurril anmuten. Immerhin wurden die Schilder erst vor wenigen Wochen aufgestellt, und zwar im Auftrag von Vorarlberg Tourismus als Vertragspartner der ASFINAG.
Es war das Ziel und das Ende eines langen Weges für Stefania Pitscheider Soraperra, der Direktorin des Frauenmuseums Hittisau. Seit mehreren Jahren kämpfte sie für die Aufstellung der Schilder. Unterstützt vom Wohlwollen der damaligen SPÖ-Frauenministerin Doris Bures und eben des Vorarlberg Tourismus. „Ich habe alle Register gezogen“, so die Direktorin zu den VN. Doch die Rechnung ging ohne den Wirt nicht auf. Denn jetzt wird es kompliziert.
Keine Bewilligung
Entsprechende Anträge mussten auch an die zuständigen Behörden gestellt werden. Diese erstellten die notwendigen Gutachten. Diese fielen samt und sonders negativ aus. Fazit: Es wurden keine Bewilligungen erteilt, wie Angelika Schiemer von der BH Dornbirn den VN bestätigte: „Die Tafeln entsprachen weder den natur- und landschaftsschutzrechtlichen Auflagen, noch jenen der Straßenverkehrsordnung.“ Zudem dürfen solche Hinweisschilder nur für Sehenswürdigkeiten aufgestellt werden, die im Umkreis von 15 Kilometern einer Autobahnausfahrt liegen.
Warum diese gesetzlichen Regelungen bei der Aufstellung nicht berücksichtigt worden sind, kann für Pitscheider Soraperra nur in irgendeinem Verfahrensfehler, Zuständigkeitswechsel und Missverständnis liegen.
Unverständliche Kriterien
Doch noch eine Möglichkeit läge jenseits ihres Verständnisses, so die Direktorin zu den VN: „Offenbar müssen solche Hinweisschilder die Voraussetzung erfüllen, rein auf Kulturdenkmäler ohne kommerzielle Ausrichtung aufmerksam zu machen. In Vorarlberg gibt es aber eine Tafel an der Autobahn, die auf den Lünersee hinweist. Wo liegt hier, bitte schön, die kulturelle Bedeutung? Und dann noch die Tafel bezüglich der Salzgrotte, die ein reiner Wellnesstempel ist.“
So oder so, Pitscheider Soraperra will ihre Schilder wieder wie vorgehabt aufgestellt sehen.
Entweder auf politischer Ebene durchgesetzt oder dank einer gütlichen Einigung mit den Behörden.
