Beruhigung am Himmel

Vorarlberg / 07.03.2014 • 18:13 Uhr
Beruhigung am Himmel

2013 flogen täglich im Schnitt 289 Flieger übers Land – leicht rückläufige Tendenz.

Schwarzach. Gestern, 10 Uhr. Der Himmel über Vorarlberg ist wolkenlos. Nur einzelne Kondensstreifen unterbrechen das kräftige Blau. Es sind die Spuren der Flugbewegungen im Vorarlberger Luftraum.

Eine „Piper PA-46 Malibu“ fliegt von Zug in der Schweiz kommend über Vorarlberg. Die Privatmaschine ist um 10 Uhr das einzige Fluggerät am Himmel. Die Ruhe vor dem Sturm. Vier Minuten später kommt die nächste Maschine: eine Boeing 737 von Sun-Express. Start war in Basel, das Ziel unbekannt. Eine „Swiss“-Maschine überquert Vorarlberg um 10.08 Uhr. Ziel ist Kiew. Elf Minuten nach 10 Uhr: Jetzt fliegen Maschinen im Minutentakt ein. Zuerst ein Airbus A330 der „Swiss“ mit unbekanntem Ziel, ein Airbus A320 von „Wizz Air“ mit Ziel Belgrad, ein Airbus 330 von „Yemenia Airway“ mit Ziel Kairo, dann eine Boeing 737 mit unbekanntem Ziel. So sieht „Flightradar24.com“ in Echtzeit den Himmel über Vorarlberg. Sieben Maschinen in sieben Minuten. Zwischen 10.19 Uhr und 10.27 Uhr dann wieder eine Pause, bis eine Boeing 737 der „AirSerbia“ die Ruhe am heimischen Himmel wieder unterbricht. Seit 7 Uhr ist Bewegung über Vorarlberg. Daran ändert sich für 14 Stunden wenig. Erst ab 21 Uhr beruhigt sich die Lage. „Dazwischen gibt es relativ konstant viel Verkehr“, sagt Peter Drexel vom Landesvermessungsamt, der seit Jahren die Flug-Daten sammelt.

Eine Antenne auf dem Dach des Flussbauhofs in Lustenau misst die Bewegungen. Bei 73 Prozent aller Flugzeuge lässt sich die genaue Position feststellen.

„Einbahnstraße“ am Himmel

Der Vorarlberger Luftraum ist eine „Einbahnstraße“. Geflogen wird praktisch ausschließlich von West nach Ost. Der Gegenverkehr verlaufe am Land vorbei, so Drexel. Woher die Maschinen kommen und wohin sie fliegen, spielt bei der Daten­erhebung keine Rolle. Die Flughöhe ist nicht dokumentiert. Die Frequenz schon. Und die nimmt über Vorarlberg seit 2011 kontinuierlich ab, wenn auch nur gering.

Das erste und das vierte Quartal sind jeweils die flugärmsten Zeiten. Zwischen 2011 und 2013 sind die Flugbewegungen im ersten Quartal von durchschnittlich 270 Fügen pro Tag um 7 Prozent auf 250 zurückgegangen, im vierten Quartal liegt der Rückgang bei 3 Prozent (271 auf 262).

In den Sommermonaten ist deutlich mehr los. 2011 waren es im zweiten Quartal im Schnitt 314 Flüge, im dritten Quartal sogar 342 Flüge. Zwei Jahre später zeigen die Daten mit 308 Flügen (2. Quartal) und 337 Flügen (3. Quartal) ebenfalls leichte Rückgänge.

Bemerkenswert ist diese Tendenz vor allem deshalb, weil die Flugbewegungen in der Umgebung eher zu- als abnehmen. Der Anteil des Flugverkehrs über Vorarlberg hat sich laut den Daten des Landesvermessungsamtes von etwas über 8 Prozent in 2012 auf knapp unter 7 Prozent in 2013 verringert. „Derzeit kommen wir sehr gut davon. Wir werden nicht schlechter bedient als andere Gebiete“, fasst Peter Drexel die jüngsten Zahlen zusammen.

Derzeit kommen wir in Vorarlberg relativ gut davon.

Peter Drexel