Modernisierung bleibt auf Eis gelegt

Zurück zum Start? Vorhaben für Lecher Rüfikopfbahn geriet mächtig ins Stocken.
Lech. (VN-tw) Es hätte ein Vorzeigestück werden sollen. Pläne dafür liegen immer noch am Tisch und sind zum Teil bereits so gut wie umsetzbar. Die Rede ist von einer bereits vor Jahren ins Auge gefassten Modernisierung der vor 59 Jahren in Betrieb genommenen Seilbahn auf den Rüfikopf in Lech. Die vorgesehenen Pläne hatten bereits vor drei Jahren für Aufsehen gesorgt. Die Rüfikopfbahn AG mit den Vorständen Michi Manhart (74) und Christoph Pfefferkorn (34) an der Spitze hatte nämlich viel vor.
Behördliche Auflagen
Im Rahmen des Neubaus der Bergstation war die Errichtung eines „Skywalks“ mit rund 50 Metern Länge vorgesehen. Diese Aussichtsplattform sollte zu einer Attraktion und zu einem Publikumsmagneten am Arlberg werden. Behördlich vorgeschriebene Auflagen wie beispielsweise der Einbau eines Vogelschutzglases bei der Plattform brachten die Pläne allerdings bereits 2015 ins Stocken. Als Hauptgrund führte Manhart eine Explosion der Kosten nach der Überarbeitung des Projekts durch Land und Gemeinden ins Treffen.
Rund 19 statt 13 Millionen Euro
Ursprünglich hätten die Betreiber eine Investition von rund 13 Millionen Euro geplant, nach der Überarbeitung waren die Baukosten auf knapp 19 Millionen geschnellt. Eine Investition in dieser Größenordnung könne man sich nicht leisten, sagte Manhart und ließ das Großprojekt bereits im Vorjahr schubladisieren. Dort dürfte das Ganze auch weiterhin bleiben.
„Die Pläne sind vorerst auf Eis gelegt. Was die Technik der Seilbahn betrifft, so haben wir kleinere Investitionen getätigt“, betonte Manhart im Hinblick auf die Genehmigung der Aufstiegshilfe durch die Seilbahnbehörde. Auf einen genauen Zeitpunkt, bis wann die Millionenpläne in Angriff genommen werden könnten, wollte sich der oberste Chef der Skilifte Lech nicht festlegen.
Zufahrtsweg als Zankapfel?
Es dürfte allerdings noch ein zweiter Grund dafür vorliegen, warum das Vorhaben ins Stocken geraten ist. Und der ist im Bereich des Naturschutzes zu suchen. Die Betreiber wollten nämlich die geplante Baustelle im Hochgebirge über einen neuen Zufahrtsweg erreichen. Um den Bau dieses Weges hatte die Gemeinde Lech angesucht.
Dies rief Naturschutzanwältin Katharina Lins (49) auf den Plan, sie forderte die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Beim Land habe man aber abgewunken, es brauche keine UVP, bestätigt Lins im VN-Gespräch. In der Folge ging das Ganze aufgrund einer Beschwerde von Lins zum Bundesverwaltungsgericht. Dort bestätigten die Richter zwar die Meinung des Landes, wonach keine UVP nötig ist, ließen aber eine Beschwerde von Lins, sprich „eine ordentliche Revision“, beim Verwaltungsgerichtshof als oberster Instanz zu. Dort liegt jetzt der Ball.
Wir wollen die Pläne für die Modernisierung völlig überarbeiten.
Michael Manhart, Skilifte Lech