Eine Elefantenkuh als Leinwandstar

Hollywood-Film „Hannibal Brooks“ wurde 1968 in Vorarlberg gedreht – jetzt ist er zurück in den Kinos.
Schruns. (mez) Vorhang auf zum wohl spektakulärsten Kino-Event dieses Jahres – der 1968 zum Großteil in Vorarlberg gedrehte Hollywood-Film „Hannibal Brooks“ kommt zurück in die Kinos. Die Wiederaufführungs-Premiere heute, Samstag, in der Remise der Montafonerbahn in Schruns ist längst ausverkauft.
Neun Wochen Drehzeit
Ausnahmezustand hieß es 1968 in Vorarlberg, als der britische Kult-Regisseur Michael Winner („Ein Mann sieht rot“) mit seiner Crew zu Dreharbeiten für den Kinofilm „Hannibal Brooks“ ins Land reiste. Von Bregenz über Egg, Schnepfau, Schröcken, Laterns bis nach Gurtis und Brand wurde insgesamt neun Wochen quer in ganz Vorarlberg gedreht.
Viele Vorarlberger waren damals eng in die Dreharbeiten des 80-Millionen-Schilling-Films (5,8 Millionen Euro) eingebunden und erinnern sich gerne zurück. Wie beispielsweise Franz Fiel aus Schruns, der gemeinsam mit weiteren Spezialisten der Montafonerbahn die Schienenstränge so präpariert hat, dass eine fast 70 Tonnen schwere Dampflok mit mehreren, mit Panzern beladene Waggons spektakulär in die Ill stürzten konnte.
Oder Franz Hajek, der damals als Lokführer der Montafonerbahn auch die Dampflok für den Film gesteuert hat und kurz vor dem Absturz bei voller Fahrt aus dem Zug gesprungen ist. Hotelier Gerd Dörflinger denkt gerne noch an die aufregenden Zeiten, als Regisseur Michael Winner und sein Team das Schlosshotel Dörflinger in Bludenz kurzerhand in ihr zentrales Filmbüro umwandelten. Ob die Drehbuchautoren Dick Clement und Ian La Frenais ihrer Hannibal-Film-Figur „Willi“ – gespielt von Helmuth Lohner – deswegen den Namen „Dorflinger“ gegeben haben, bleibt allerdings ihr Geheimnis.
Über 45 Jahre war der Film verschollen. Durch intensive Recherchearbeit der beiden Vorarlberger Kinobetreiber Michael Wieser (Kino Bludenz und Cinema Dornbirn) und Peter Pienz (Metrokino Bregenz) ist es jetzt gelungen, den verschollenen Film ausfindig und wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gemeinsam mit der Montafonerbahn und Montafon Tourismus bringen die beiden dieses einmalige Zeugnis der Filmgeschichte wieder zurück in die Vorarlberger Kinos. Vom 1. bis 3. Februar sowie am Samstag, 6. Februar 2016, wird der Film in allen drei Kinos in Bludenz, Dornbirn und Bregenz gespielt. Heute, Samstag, findet eine Wiederaufführungs-Premiere mit zahlreichen Zeitzeugen von damals in der Remise der Montafonerbahn in Schruns statt.

Handlung des Films
Der britische Kriegsgefangene Brooks wird als Betreuer der Elefantenkuh Lucy im Münchner Tierpark abgestellt. Nach dem dieser von alliierten Kampffliegern bombardiert wird, erhält er den Auftrag, Lucy nach Innsbruck zu evakuieren. Dabei gerät er mit der SS in Konflikt und flieht über die Alpen. Was einst schon Hannibal konnte, das kann Brooks schon lange. Auf ihrer Flucht stoßen Brooks und Lucy des Öftern auf den Partisanen Packy, der in Österreich gegen die Deutschen kämpft. Gemeinsam erleben sie einige Abenteuer mit einer spektakulären Zugentgleisung, entlang der Montafonerbahn auf dem Weg in die neutrale Schweiz.