Anklage im Fall Jennifer S. fertig

Ticker / 15.06.2026 • 14:36 Uhr

Im Fall der 2018 getöteten Wienerin Jennifer S. wurde nun Anklage erhoben, gab die Staatsanwaltschaft Wien bekannt. Der wegen Mordes verdächtigte 33-Jährige legte im Dezember des Vorjahres ein Geständnis ab und führte die Ermittler zu den sterblichen Überresten der jungen Frau. Zudem wurde vonseiten der Anklagebehörde die Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum nach § 21/2 Strafgesetzbuch beantragt.

Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig, sagte die Verteidigerin des Beschuldigten, Astrid Wagner. Deshalb steht noch kein Prozesstermin fest. Der Einweisungsantrag erfolge wegen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung zum Tatzeitpunkt, weshalb ohne Behandlung von dem Beschuldigten weiterhin Gefahr ausgehe, ähnliche schwerwiegende Taten zu begehen, so die Anwältin. Ihr Mandant hat sich schuldig bekannt. Im Falle einer Verurteilung im Sinne der Anklage drohen dem mittlerweile 33-Jährigen zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Chat brachte Fall wieder ins Rollen

Die Ermittlungen hatten 2025 neue Ansätze durch eine Sprachnachricht erhalten. Der Verdächtige habe in einem Chat “detailliert geschildert”, wie er sich einer Leiche entledigen würde, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Danach sei der Mann erneut im Fokus gestanden.

Jennifer S. war seit 21. Jänner 2018 abgängig. Die 21-Jährige hatte sich mit ihrem Lebensgefährten gestritten und in der Folge von ihm getrennt. Sie verschwand dann unter laut Polizei “bedenklichen Umständen” aus der gemeinsamen Wohnung in Wien-Brigittenau. Der Ex-Freund stritt damals jegliche Beteiligung an einem möglichen Gewaltverbrechen ab. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung waren im April 2019 eingestellt worden.

Wie Jahre später herauskam, soll der Verdächtige die Frau getötet und ihre Leiche 2018 zunächst im Bereich von Großweikersdorf im Bezirk Tulln versteckt haben. Erst im März desselben Jahres soll der Mann die sterblichen Überreste zum endgültigen Ablageort in der Nähe des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Bezirk Zwettl gebracht haben, wo sie dann nach seinem Geständnis entdeckt wurden.

(S E R V I C E – Hilfeangebote des Vereins AÖF: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt 0800/222-555 steht rund um die Uhr, mehrsprachig, anonym und kostenlos allen Frauen, Angehörigen und Interessierten zur Verfügung: ; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter

Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.

Weitere Anlaufstellen für Gewaltopfer: Gewaltschutzzentrum Wien: 01/585-32-88 – 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 – Wiener Frauenhaus-Notruf 057722 – Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217)

Onlineberatung HelpChat “Halt der Gewalt” (tägl. 18-22 Uhr und jeden Fr. von 9-23 Uhr): )