Ausmaß der Folgen von Vulkanausbruch auf Tonga werden klarer

Ticker / 22.01.2022 • 11:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ausmaß der Folgen von Vulkanausbruch auf Tonga werden klarer

Eine Woche nach dem gewaltigen Ausbruch eines Untersee-Vulkans vor Tonga im Südpazifik wird das Ausmaß der Folgen klarer. Schätzungsweise 84 Prozent der rund 105.000 Bewohner auf allen Inseln seien von dem Ascheregen und dem Tsunami betroffen, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung der Regierung. Die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln habe nun Priorität. Hilfsgüter seien auf dem Weg zu weiter entfernten Inseln.

Die die Kommunikation bleibe aber “eine akute Herausforderung”. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen seien bisher fast 60.000 Liter Wasser verteilt worden, hieß es weiter. Das von Neuseelands Regierung entsandte Schiff “HMNZS Aotearoa”, das am Freitag eintraf, brachte neben Hilfsgütern weitere 250.000 Liter Wasser.

Obwohl es nach Regierungsangaben keine weiteren vulkanischen Aktivitäten gegeben hat, blieb der Seetransport zunächst weiterhin schwierig, da Asche auf der Meeresoberfläche die Schiffe beschädigte. Erste Flugzeuge aus Australien und Neuseeland brachten dringend benötigte Hilfsgüter. Inlandsflüge blieben jedoch aufgrund andauernder Räumungsarbeiten auf Landebahnen vorerst ausgesetzt.

26 Menschen seien von der Insel Mango vorerst nach Nomuka gebracht worden, nachdem sie ihre Häuser verloren hätten, hieß es weiter. Auf Nomuka wurde demnach ein Feldlazarett eingerichtet, da das dortige Gesundheitszentrum weggespült wurde. Das Hauptkrankenhaus des Landes blieb jedoch geöffnet. Aus aller Welt gab es bisher Zusagen für Hilfsgüter und mehr als 20 Millionen US-Dollar zur Unterstützung.

Der unterseeische Hunga-Tonga-Hunga-Ha”apai, der nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku’alofa liegt, hatte am vergangenen Samstag eine Wolke aus Asche und Gas wie einen Atompilz kilometerweit in die Höhe geschleudert. Experten zufolge war es einer der weltweit schwersten Ausbrüche seit Jahrzehnten. Tsunami-Wellen erreichten sogar weit entfernte Regionen wie Alaska, Japan und Südamerika. Tongas Regierung bestätigte bisher drei Tote und mehrere Verletzte.