China will Beziehungen zu Österreich “auf neue Ebene” heben
Der chinesische Präsident Xi Jinping will die Beziehungen zu Österreich “auf eine neue Ebene” heben. Das teilte er laut chinesischen Angaben Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einem Schreiben mit. Anlass des Austauschs der beiden Staatsoberhäupter war der 55. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Unterdessen wird jedoch die chinesische Botschafterin in Wien, Qi Mei, überraschend abgezogen, berichtete die “Presse” am Freitag.
Am Dienstag lade die chinesische Botschaft noch zu einem Empfang anlässlich des 55-jährigen Jubiläums chinesisch-österreichischer Beziehungen. Am selben Tag werde die Diplomatin nach einer dreijährigen Amtszeit in Wien in den Flieger nach Peking steigen, hieß es. Die Gründe für den Abzug der Botschafterin sind nicht bekannt.
Besuche in China geplant
Zum Anlass des Jubiläums wird Außenministerin Beate Meinl-Reisinger nach China reisen. Der erste Amtsbesuch eines österreichischen Regierungsmitglieds der schwarz-rot-pinken Regierung war bereits beim Besuch des chinesischen Außenministers Wang Yi im September des Vorjahres in Wien vereinbart worden. Nun habe die NEOS-Chefin die Einladung zu der recht kurzfristig anberaumten, Ende Juni geplanten Reise angenommen. Auch eine Wirtschaftsdelegation soll mitreisen, berichtete die Zeitung unter Verweis auf das Außenministerium.
Im August reist Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) auf Einladung des Nationalen Volkskongresses in die chinesische Hauptstadt, bestätigte die Parlamentsdirektion der “Presse”. Im Mittelpunkt der Visite steht der Besuch der Großen Halle des Volkes im Zentrum Pekings. Die Delegation, der auch Mitglieder der bilateralen Parlamentarischen Gruppe Österreich-China angehören, soll aber auch eine weitere Provinz besuchen.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) werde im Herbst mit einer großen Wirtschaftsdelegation in Peking erwartet. Derzeit verhandeln beide Seiten noch über einen konkreten Termin, so die “Presse”. Auch ein Treffen mit Staatspräsident Xi steht im Raum.
Pandas in Schönbrunn Zeichen der Freundschaft
Xi und Van der Bellen tauschten gegenseitige Glückwünsche per Brief aus. Die Beziehungen hätten “allen Stürmen und Wetterlagen” standgehalten, wird Xis Nachricht auf der Website der chinesischen Regierung zitiert. Aus der Präsidentschaftskanzlei hieß es auf APA-Anfrage, man sei um ein gutes Verhältnis zu China bemüht.
Die beiden Großen Pandas aus China, die im Mai letzten Jahres im Schönbrunner Tiergarten ein Zuhause gefunden hatten, wurden sowohl von Xi als auch der Präsidentschaftskanzlei als wichtiges symbolisches Zeichen der “Freundschaft” und “Partnerschaft” der beiden Länder hervorgehoben. In dem Statement Xis ist sogar von “Panda-Botschaftern” die Rede. Seit 2003 gibt es eine diesbezügliche Kooperation zwischen dem Tiergarten Schönbrunn und der China Wildlife Conservation Association für den Artenschutz. Die Pandas gelten stets als Leihgabe Chinas, auch wenn sie in einem ausländischen Zoo geboren wurden.
In den vergangenen 55 Jahren habe sich die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern kontinuierlich vertieft, wird Van der Bellen von der chinesischen Regierung zitiert. Der intensive Austausch in den Bereichen wie Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft habe die Grundlage der bilateralen Freundschaft nachhaltig gestärkt. Van der Bellens Staatsbesuch in China 2018 sei ein wichtiger Schritt im Ausbau der Beziehungen gewesen, wird der österreichische Präsident zitiert. Xi betonte die im Rahmen des Besuchs begründete freundschaftliche strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern. Seitens der Präsidentschaftskanzlei wurde außerdem der Besuch des chinesischen Außenministers in Österreich im September letzten Jahres exemplarisch für die gute Zusammenarbeit genannt.
Partnerschaft wichtig in turbulenten Zeiten
Beide Staatsoberhäupter betonten die Bedeutung einer guten Partnerschaft angesichts der aktuellen globalen Herausforderungen. “In einer dynamischen und turbulenten Welt”, wird Xi zitiert, sollten China und Österreich “als Verfechter des Friedens, des Multilateralismus und des freien Handels gemeinsam auf gegenseitigen Respekt, Vertrauen, Offenheit, Dialogbereitschaft und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit setzen”. Er sei bereit, den 55. Jahrestag als Anlass zu nehmen, die diplomatischen Beziehungen “auf eine neue Ebene” zu heben und damit einen “größeren Beitrag zu Frieden und Entwicklung in der Welt” zu leisten.