EU-Kommission plant fünfmal so viel Windstrom bis 2030

Ticker / 19.11.2020 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Der Windstrom von Anlagen vor Europas Küsten soll sich binnen zehn Jahren verfünffachen. Die EU-Kommission schlug am Donnerstag vor, die Kapazität von heute 12 Gigawatt auf 60 Gigawatt bis 2030 auszubauen, bis 2050 sogar auf 300 Gigawatt. Bis 2050 sollen 800 Milliarden Euro in Windkraft und andere erneuerbare Energien auf See investiert werden, um die EU-Klimaziele zu erreichen. Naturschutzziele würden trotzdem eingehalten, betonte die Kommission.

Windkraft auf See gilt als eine der aussichtsreichsten erneuerbaren Energien, weil der Wind dort stetig stark bläst. Doch ging der Ausbau in den vergangenen Jahrzehnten langsamer voran als ursprünglich gedacht, unter anderem wegen des schwierigen Baus und der Leitungsanbindung. Neben der Windkraft sollen auch andere erneuerbare Energien auf See ausgebaut werden, so etwa Tidenhubkraftwerke oder schwimmende Solarparks. Das soll noch einmal 40 Gigawatt bringen.

„Wir stecken uns hohe Ziele, sowohl wegen der Dringlichkeit als auch wegen des hohen Potenzials“, sagte Kommissionsvize Frans Timmermans bei der Vorstellung des Konzepts. Der Plan soll dazu beitragen, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Nötig seien sorgfältige Planung, viel Geld und Absprachen mit den Betroffenen wie Tourismus, Fischerei und Naturschützern, sagte Timmermans. Er zeigte sich sicher: „Das kann mit der Natur vereinbart werden.“ Etwa drei Prozent der EU-Meeresflächen reichten aus.

Die neue Offshore-Strategie der Kommission nimmt alle Meeresflächen der EU in den Blick, also Nord- und Ostsee, den Atlantik, das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Nach Berechnungen der EU-Kommission reichen 3 Prozent der EU-Meeresflächen zur Umsetzung der Strategie aus.