Knappes Rennen bei Präsidentenwahl in Peru
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru ist der Ausgang auch nach Auszählung fast aller Wahlzettel ungewiss. Nach Auswertung der Stimmen aus 94 Prozent der Wahllokale lag der linksgerichtete Roberto Sánchez am Montag hauchdünn vor seiner konservativen Rivalin Keiko Fujimori. Sánchez kam demnach auf 50,04 Prozent der Stimmen, während Fujimori mit 49,96 Prozent knapp dahinter lag. Sánchez lag damit rund 15.000 Stimmen vor Fujimori.
In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl waren Fujimori und Sánchez jeweils auf weniger als 30 Prozent der Stimmen gekommen. Der linksgerichtete Abgeordnete Sánchez trat zum ersten Mal an. Er tritt für die Rechte der armen Landbevölkerung ein und fordert eine Reform von Polizei und Justiz. Unterstützt wird er von Anhängern des linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo, der nach einem versuchten Staatsstreich im Gefängnis sitzt. Sánchez kündigte für den Fall eines Wahlsieges an, Gesetze abschaffen zu wollen, die seiner Meinung nach das organisierte Verbrechen begünstigen.
Fujimori kandidierte zum vierten Mal in Folge. Für den Fall eines Wahlsiegs kündigte sie ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und illegale Migration an. Sie ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 regierte und dessen Vermächtnis die politische Identität seiner Tochter prägt.
Der Wahlkampf war geprägt von Gewalt und Wut auf die politisch Verantwortlichen, die viele Wähler für die seit Jahren herrschende Instabilität im Land verantwortlich machen. Sánchez wirft Fujimori vor, zur politischen Krise beigetragen zu haben. Ihre Partei habe den Sturz mehrerer Präsidenten mitzuverantworten.