“Glanzstücke” aus Paris zieren historische MAK-Ausstellung

Es funkelt und glänzt im Museum für angewandte Kunst (MAK). Denn für eine neue Ausstellung wurden circa 350 Stücke des Pariser Luxusjuweliers “Van Cleef & Arpels” nach Wien geholt – und neben rund 160 Objekten aus der eigenen Sammlung platziert. Die Schau blickt dabei auf Designs aus der gesamten Geschichte des französischen Haute-Joaillerie-Hauses, das inzwischen das 120-jährige Jubiläum feiert. Bei den eigenen Exponaten greift das MAK wiederum bis ins Mittelalter zurück.
Auch “Schmuck und Haute Joaillerie ist dekorative Kunst” und gehöre daher ins Museum, so Stephanie Rault von “Van Cleef & Arpels” bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Für MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein ergibt sich durch die Verbindung aus den unterschiedlichen Handwerken gar eine “europäische Geschichte der Kultur”. Ab Mittwoch ist “Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry x Masterpieces from the MAK Collection” voraussichtlich bis zum 27. September geöffnet.
“Glanzstücke” aus sechs Themenbereichen
Mit einem parcours-artigen Aufbau führt die Schau durch sechs Abschnitte, die die Objekte aus beiden Häusern thematisch in Verbindung bringen sollen. Dabei haben die Pariser nicht nur luxuriösen Schmuck mitgebracht. Am Beginn des Themenfelds “Fernweh” findet sich etwa ein kleines Yachtmodell mit skulpturierten Wellen, unter anderem aus Gelbgold, Silber und Jaspis. Hinter der kleinen Vitrine wiederum ist der mehrere Meter lange Portugiesen-Teppich aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen von Schiffen und Seeungeheuern sichtbar.
Auch Gustav Klimt durfte wohl nicht fehlen. Werkzeichnungen für den Speisezimmerfries im Palais Stoclet, für MAK-Kuratorin Anne-Katrin Rossberg ein “Highlight der Sammlung”, begleiten hier platinene Diamantarmbänder und Halsketten von “Van Cleef & Arpels”. Zwei Klimt-Reproduktionen eines Mappenwerks von 1931 würden “mit dem Arabeskenmotiv, aber auch mit den Mustern auf der Kleidung der Figuren die Ornamente in den Schmuckobjekten” aufgreifen.
Kreationen “erinnern an Ballett und Oper”
Ein anderer Abschnitt dreht sich um die Bühne. Hier wollte man solche Kreationen präsentieren, “die an Ballett und Oper erinnern, was man zu solchen Anlässen trägt, aber auch an die Verspieltheit und Poesie, die auf der Bühne entstehen können”, erklärte die französische Gastkuratorin Alexandrine Maviel-Sonet. Neben seidenen Ballkleidern und alten Sujets für das Musiktheater findet sich etwa mit Edelsteinen verzierter Schmuck, den einst die Hollywood-Ikone Marlene Dietrich getragen haben soll.
Im Abschnitt zur Natur befinden sich Darstellungen der Tier- und Pflanzenwelt sowohl in Form von glitzernden Broschen und Ketten als auch mit Tinte und Farbe. Andere Stücke sind unter Themenfeldern wie Architektur oder Metamorphose gebündelt. Das solle auch die Wandelbarkeit der Designs betonen. Dahingehend steht gleich zu Beginn der Schau ein goldenes Collier aus dem Jahr 1955, das Reißverschlüssen von Fliegeranzügen ähnelt und zum Armband umgewandelt werden kann.
(S E R V I C E – “Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry x Masterpieces from the MAK Collection”, Ausstellung im MAK, Wien 1, Stubenring 5, 10.6.-27.9.2026, )